Windrose-Zyklus endet mit Nordwind

Berlin - Am Sonntag, 13. Juli, um 11.30 Uhr beginnt die 44. Sommerausstellung des Kunstvereins „Kulturforum Schwimmhalle Schloss Plön“. Mit dieser bis zum 31. August andauernden Ausstellung, die bildende Kunst wie auch Literatur umfaßt endet ein vierjähriger Zyklus, der unter dem Arbeitstitel Windrose bereits darauf hinweist, daß die Ausstellungsschwerpunkte weniger Kunststile, sondern nach Himmelsrichtungen strukturierte Kunstregionen darstellen. Ein Ausstellungskonzept, das durch die bewußte Herstellung eines regionalen Bezugs geeignet scheint, ein breiteres Interesse an der Kunst zu wecken. Offenbart doch der Untertitel „Unser Norden“, daß sich eine mit der regionalen Zuordnung identifizierende Besucherschaft insbesondere als Zielgruppe angesprochen fühlen darf. Der Zyklenabschluß firmiert unter dem Haupttitel „Nordwind“ und deutet damit die Blickrichtung an. So dominieren diesen Sommer in der in Jugendstilarchitektonik erbauten Ausstellungshalle auch vorwiegend Werke mit Ursprung in Schleswig-Holstein oder aus dem skandinavischen Bereich.

Nicht nur alphabetisch wird von Ulrich Behl bis Feridun Zaimoglu ein breites Spektrum abgebildet. Behl zählt wohl nicht nur als in Pommern geborener Heimatvertriebener, sondern ebenso wegen der strengen Nüchternheit ausstrahlenden Erscheinung seiner Werke unzweifelhaft zum Norden. Doch darf man Behl aus einem weiteren Grund für eine zum Titel passende Wahl halten, mag man doch beim Begriff Nordwind leicht auch an das Nordlicht denken, und neben den Handzeichnungen ist es die Erforschung des Lichts im gegenständlich Natürlichen wie in der Abstraktion, die Behls Werke kennzeichnen. Es heißt, seine Objekte seien geradezu darauf programmiert, dem Licht eine Falle zu stellen.

 

Mit dem Isländer Sigurdur Gudmundson zeigt sich, wie weit der Nordwind der Ausstellung weht, doch werden insgesamt 28 Künstler ausgestellt, worunter sich zum Beispiel der naturalistische Maler und Lucas-Cranach-Preisträger von 2011 René Schoemakers, der aus dem Kreis Plön stammende überwiegend abstrakt malende Daniel Richter, der sich mit Urmythen und Heldensagen malerisch wie skulptural auseinandersetzende Jonathan Meese oder Ole Folmer Hansen einreihen. Geschmacklich dürfen sich die Besucher des nahe des Plöner See gelegenen Schloßes diesen Sommer überwiegend auf eine wenig figürliche Ausstellung mit noch relativ jungen Werken einstellen. Ein Umstand, der im Zusammenhang mit der in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts errichteten Ausstellungsstätte das Potential in sich bürge, konzeptionell auf eine interessante Kontrastwirkung zu setzen.

 

Sein künstlerisches Abflauen wird der sommerliche Nordwind im Rahmen der am 31. August um 17.00 Uhr stattfindenden Finissage erleben.

Letzte Änderung am Donnerstag, 17 Juli 2014 14:24
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Schloss Plön Panorama 2012
Schloss Plön Panorama 2012 Foto: Holger Ellgaard / CC BY-SA 3.0

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