William Trost Richards – ein Landschaftsmaler der späten Hudson River School

Frankfurt am Main - Der US-amerikanische Landschafts- und Marinemaler William Trost Richards gehörte zur zweiten Generation der Hudson River School. Ursprünglich von der romantischen Auffassung früherer Vertreter dieser Schule wie auch der Düsseldorfer Akademie beeinflußt, wandte er sich mit der Zeit zusehends einer realistischen, beinahe fotorealistischen, Darstellung zu, wobei er, wie die Luministen, auf die Wirkung des Lichtes besonderen Wert legte.

Geboren wurde er 1833 in Philadelphia im Bundesstaat Pennsylvania, wo er 1846/47 die örtliche Central High School besuchte. Später entwarf und verzierte er für die Firma Archer, Warner & Miskey metallisches Kunsthandwerk, hauptsächlich Gaslaternen. Parallel lernte er 1850-55 bei dem damals in Philadelphia lebenden deutschen Landschaftsmaler Paul Weber. Weber unterrichtete an der Pennsylvania Academy of the Fine Arts, wo Richards 1852 seine erste eigene Ausstellung hatte.

 

1854 unternahm er eine Reise nach New York City, wo er mehrere Maler der Hudson River School kennenlernte, darunter John Frederick Kensett und Frederic Edwin Church. Für 1855/56 ist eine Europareise verbürgt, wobei er sich mit dem Maler William Stanley Haseltine, den er zuvor bei Weber in Philadelphia kennengelernt hatte, drei Monate in Düsseldorf aufhielt und sich von Andreas Achenbach, einem unbestrittenen Meister der Landschaftsmalerei, unterrichten ließ.

 

Nach seiner Rückkehr in die Vereinigten Staaten trugen die Kontakte zur Hudson River School bald Früchte, so organisierte kein Geringerer als Albert Bierstedt in New Bedford (Massachusetts) 1858 eine erste bedeutendere Ausstellung mit Werken Richards’. Dieser unternahm in den folgenden Jahren mehrere Studienreisen innerhalb der USA und zeichnete, wie im Umfeld der Hudson River School üblich, in wilden Landschaften unter freiem Himmel.

 

1862 wurde er bereits zum Ehrenmitglied der National Academy of Design ernannt (1871 dann zum Vollmitglied, „Akademiker“). 1863 trat er zudem der eher der präraffaelitischen Strömung zuzurechnenden „Society for the Advancement of Truth in Art“ bei. Es folgte 1866/67 eine zweite ausgedehnte Europareise. Die nächsten Jahre darauf verbrachte er die Sommermonate an der amerikanischen Ostküste, wo er zahlreiche Küstenlandschaften malte.

 

Dabei entfernte er sich immer mehr von der Romantik der Düsseldorfer Akademie und der frühen Hudson River School und gelangte zu einer überaus detaillierten, schon an den Fotorealismus grenzenden Darstellungsweise. Auch entdeckte er immer stärker seine Liebe zur Aquarellmalerei, worin er es bald zu einer gewaltigen Meisterschaft brachte und die 1874 zu seiner Aufnahme in die „American Watercolor Society“ führte. Seine späteren Werke sind zum überwiegenden Teil als Aquarell festgehaltene, rauhe Küstenlandschaften.

 

Um 1880 ließ er sich in Newport auf Rhode Island nieder, wo er ein eigenes Heim für den Rest seines Lebens als Hauptwohnsitz wählte, reiste allerdings weiterhin viel; er hielt sich jedes Jahr für längere Zeit in Europa auf, darunter in Norwegen, Wales, Schottland und England, wo er zumindest zeitweise eine Farm sein eigen nannte. Er starb 1905 in Newport. Seine Tochter Anna Richards Brewster (1870-1952) fand ihre Berufung ebenfalls in der Malerei und machte sich vor allem mit Buchillustrationen einen Namen.

Letzte Änderung am Montag, 05 Juni 2017 18:05
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William Trost Richards „Early Summer“ (1888)
William Trost Richards „Early Summer“ (1888)

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