Wilfred Jenkins – viktorianischer Horror im Stile Grimshaws

Frankfurt am Main - Als besonders originell kann man die Arbeiten des viktorianischen Malers Wilfred Jenkins nicht unbedingt bezeichnen. Im Gegenteil, er war ein ausgesprochener Nachahmer des mit seinen dem Gothic Horror zuzurechnenden dunkelromantischen Nachtszenen und verwunschenen Bauwerken überaus erfolgreichen „Meisters des Zwielichts“, John Atkinson Grimshaw. Dafür lassen die Ausführung und Atmosphäre seiner Gemälde nichts zu wünschen übrig.

Die verfügbaren biographischen Daten sind eher spärlich. Geboren wurde Wilfred Bosworth Jenkins jedenfalls 1857 in Stow on the Wold in der südenglischen Grafschaft Gloucestershire als Sohn eines Chemikers. Im Jahr 1871 lebte die Familie in Leeds, wo Jenkins später sein Atelier eröffnete. 1881 lebte er nach Volkszählungsaufzeichnungen als Schnitzer und Vergolder in Hunslet, zehn Jahre später wiederum bezeichnete er sich selbst als Künstler und Ölmaler. Dann soll er einige Jahre mit seiner Frau in Birstal gelebt haben, und 1911 lebte er den letzten verfügbaren Akten des Zensus nach in Leeds, wo er 1936 verstarb.

 

Wie sein Vorbild John Atkinson Grimshaw (1836-1893), welcher ebenfalls in Leeds wirkte, malte er besonders gerne nächtliche Szenen; dunkle Straßen, Häfen im Mondlicht und an Schauerromane erinnernde Gebäude, atmosphärisch packende Darstellungen aus der zu einer gewissen stilvollen Morbidität neigenden viktorianischen Epoche Englands.

 

Zu einer Ausstellungstätigkeit in London gelangte Jenkins wohl nicht, er blieb in seiner damaligen Wirkung auf den Raum Yorkshire beschränkt. Informationen zu seinem Leben finden sich vor allem in „The Dictionary of Victorian Painters“ von Christopher Wood und „Painters in the Northern Counties of England and Wales“ von Dennis Child sowie dem vierten Band des „Dictionary of British Artists“. Das Stadtmuseum von Leeds zeigt drei seiner Arbeiten, ansonsten sind einzelne in verschiedenen Museen und Sammlungen zu finden.

 

Im Zuge der starken Nachfrage nach Werken Grimshaws ist mittlerweile auch Jenkins der Vergessenheit entkommen und seine Gemälde erfreuen sich zunehmender Beliebtheit und sind im Preis deutlich gestiegen. Ein weiterer empfehlenswerter, recht ähnlicher und etwas bekannterer Erbe Grimshaws war übrigens Walter Linsley Meegan (1859-1944) aus Leeds.

 

Verweise:

https://art-depesche.de/malerei/197-john-atkinson-grimshaw-%E2%80%93-viktorianischer-meister-des-zwielichts.html
https://art-depesche.de/malerei/204-walter-meegan-%E2%80%93-john-grimshaws-bedeutendster-erbe.html
https://www.antiques-atlas.com/antique/wilfred_jenkins_1857-1936_oil_moonlight_scene/as237a661
http://www.haynesfineart.com/artists/wilfred-jenkins-uk
http://www.artnet.com/artists/wilfred-jenkins/
https://www.invaluable.com/artist/jenkins-wilfred-3itc0oac0i
http://de.wahooart.com/@/WilfredJenkins
https://www.the-athenaeum.org/art/list.php?m=a&s=tu&aid=9477

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Wilfred Jenkins „Ein Landhaus im Mondlicht“ (Öl auf Leinwand)
Wilfred Jenkins „Ein Landhaus im Mondlicht“ (Öl auf Leinwand)

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