Waldeseinsamkeit – der Thüringer Landschaftsmaler Karl Buchholz

Frankfurt am Main - Sein Werk ist nicht sehr umfangreich und weit in verschiedenen Sammlungen und Museen verstreut, sein Name ist heute nur noch wenigen bekannt. Dennoch kann Karl Buchholz als einer der interessantesten deutschen Landschaftsmaler seiner Zeit betrachtet werden, als früher Vertreter des deutschen Impressionismus.

Geboren wurde er 1849 im nordostthüringischen Schlossvippach. Die nur wenige Jahre zuvor gegründete Großherzoglich-Sächsische Kunstschule Weimar wurde an 1867 seine Ausbildungsstätte, hier wurde er kurz von Alexander Michaelis, dann von Max Schmidt unterrichtet, welcher sich zunächst der griechischen und ägyptischen Welt und später der deutschen Landschaft verschrieben hatte.

 

Meisterschüler wurde er ab 1871 bei Theodor Hagen. Dieser originelle Kopf hatte zunächst an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf gelehrt und war dann nach Weimar berufen worden, wo er seine Ideen einer an die Schule von Barbizon angelehnten Freilichtmalerei vertrat und so einer der ersten deutschen Impressionisten und zum eigentlichen Begründer der Weimarer Malerschule wurde.

 

Buchholz richtete sich bereits im ersten Jahr seines Studiums bei Hagen ein eigenes Atelier ein. Hagen war ein einfühlsamer Lehrer, der seinen Schüler schätzte und in seiner eigenen Weise bestärkte. Buchholz verließ die Gegend von Weimar kaum, er war zum einen seiner Heimat sehr verbunden, zum anderen ein überaus zurückhaltender, scheuer und schwermütiger Mensch.

 

Er schuf kleine Landschaften ohne große Dramatik, wählte eher unspektakuläre Ausschnitte für seine Gemälde, die von genauer Beobachtungsgabe und tiefem Naturempfinden zeugten und oft von einer traurigen Grundstimmung geprägt waren. Neben der heimischen Landschaft scheinen die großen Franzosen Camille Corot, Théodore Rousseau und Charles-Francois Daubigny seine Malweise beeinflußt zu haben.

 

Obgleich stilistisch als wichtigster Vertreter der Weimarer Malerschule zu betrachten, als deren Genie Lovis Corinth ihn ausdrücklich bezeichnete, hatte der wenig gebildete und unsichere Buchholz große Schwierigkeiten, sich in der „Kunstszene“ zurechtzufinden und Kontakte zu pflegen. Zwar war er einer der frühen deutschen Freilichtmaler, doch verlor diese Malweise bald ihren Neuigkeitswert und das Interesse an seinen Arbeiten ging zurück.

 

Er beging 1889, im Alter von 40 Jahren, Selbstmord, wobei über die Motive nur spekuliert werden kann. Sicher dürfte seine melancholische Veranlagung nicht die geringste Rolle gespielt haben. Kunstgeschichtlich sind seine Arbeiten von Rang, und empfindsame Gemüter werden auch heute den verhaltenen Landschaften etwas abgewinnen können. Gemälde Buchholz’ finden sich unter anderem im Museum im Weimarer Stadtschloß, im Erfurter Angermuseum und in der Alten Nationalgalerie in Berlin.

 

 

Verweise:

https://www.weimar-antik.de/karl-buchholz/
http://www.thueringer-naturbrief.de/index.php?option=com_content&task=view&id=5047&Itemid=88
https://www.uni-goettingen.de/de/409701.html
http://katalog.auktionshaus-wendl.com/de/cmd/d/o/119.65-3774/auk/65/p/1/

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Karl Buchholz „Jäger in sommerlicher Waldlandschaft mit Birken“ (1883)
Karl Buchholz „Jäger in sommerlicher Waldlandschaft mit Birken“ (1883)

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