The European Fine Art Fair (TEFAF) – Herausforderung als Königin der Kunstmessen

Maastricht - Die 1989 als Kunstmesse für Altmeister gegründete TEFAF hat noch dieses Wochenende, konkret am 21. März von 11.00 bis 19.00 Uhr und tags darauf von 11.00 bis 18.00 Uhr im Maastricht Exhibition & Congress Centre geöffnet.

Dann wird die zehntägige Bilanz der ca. 270 aus aller Welt stammenden Aussteller zeigen, ob die TEFAF trotz der zeitgleichen globalen Konkurrenz wie beispielsweise die Asia Art Week oder auch die Art Basel ihren Ruf als die Königin der Kunstmessen hat erfolgreich verteidigen können. Mit spektakulären Neuentdeckungen zeitloser Künstlergrößen konnte zwar 2015 nicht aufgewartet werden, doch auch abgesehen von Kunstüberraschungen historischen Ausmaßes besticht die Messe mit einer sieben Jahrhunderte umfassenden Vielzahl exzellenter Gemälde, bibliophilen wie kunsthandwerklichen Preziosen sowie beeindruckenden Skulpturen.

 

Die Fülle verunmöglicht es nahezu, besonders Erwähnenswertes hervorzuheben, doch drängen die Taxierungen einiger Werke eine Nennung auf. Neben einem in Euro 1,1 millionenschwer angesetztem Barockgemälde des Heiligen Hieronymus von Abraham Janssen, das in seiner Lichtführung an Caravaggio erinnert, taxiert ein Selbstporträt aus dem 18. Jahrhundert des berühmten Vedutenmalers Giovanni Antonio Canal mit zwölf Millionen Dollar als teuerstes Altmeistergemälde. Dieser preislichen Gewichtsklasse folgt aus der zeitgenössischen Malerei ein Camouflage-Selbstporträt einer New Yorker Galerie aus dem Jahre 1986 von Andy Warhol, welches elf Millionen Dollar einbringen soll. Zehn Millionen Dollar erwartet ein Londoner Gemäldehändler für das Aquarell „La Moulin d’Alphonse Daudet à Fontvieille“ von keinem geringerem als Vincent van Gogh.

 

Mit einer Preisvorstellung von 400.000,- Euro für das spätklassizistische Marmorrelief des Engländers John Gibson befindet sich dieses weich und harmonisch anmutende Werk zwar nicht unter den Exponaten der Spitzenpreisklasse, jedoch ist dies eine der bemerkenswerten marktfrischen Akquisitionen der Messe, da dieses Meisterwerk der Bildhauerkunst von 1845 noch nie zuvor auf dem Kunstmark angeboten wurde. Eine mythologisch konnotierte sinnlich amouröse Darstellung von Cupido und Psyche, die nicht ohne ästhetische Wirkung auf den Betrachter bleibt.

 

Die ursprünglich klassische Altmeistermesse TEFAF bemüht sich zunehmend, die Trennung zwischen alter und zeitgenössischer Kunst zu überbrücken. Diesem Zwecke dient die eigens eingerichtete neue Abteilung „Night Fishing“, die sich an einem Kanon exponierter Werke aus der jüngeren Kunstgeschichte orientiert. Immerhin waren auch die Alten Meister in ihrer Zeit einmal Vertreter der jüngeren Kunstgeschichte. - Für die Stellung des europäischen Kunstmarktes in der Welt dürfte der Verlauf der TEFAF unbestritten von Bedeutung sein.

Letzte Änderung am Dienstag, 07 Februar 2017 21:01
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The European Fine Art Fair (TEFAF) – Herausforderung als Königin der Kunstmessen
Quelle: www.tefaf.com

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