Théodore Gudin – Marinemaler zwischen Romantik und Realismus

Frankfurt am Main - Die Marinemalerei ist eine Sparte für sich. In der gegenwärtigen Kunst kaum noch beachtet und weitgehend unter Kitschverdacht gestellt, läßt sich doch nicht bestreiten, daß zahlreiche fähige, sogar große Künstler sich dieses Gebietes angenommen hatten. Zu den bedeutendsten Vertretern gehört sicher der Franzose Théodore Gudin, der sich mit stimmungsvollen Marine- und Seebildern, die sich zwischen Romantik und Realismus bzw. Naturalismus bewegten, einen Namen machen konnte.

Geboren wurde er 1802 in Paris, der vollständige Name lautete Jean Antoine Théodore Gudin. Es scheint, daß er sich dem Marinethema zunächst aus militärischer Warte näherte, bevor er sich zum professionellen Maler ausbilden ließ. Seine formale Ausbildung erhielt er an der Pariser École des Beaux-Arts, seine Lehrer dort waren der Porträt- und Historienmaler Anne-Louis Girodet-Trioson (1767-1824) sowie Antoine-Jean Gros (1771-1835), der vor allem mit Schlachtengemälden im klassizistischen Stil aus der Ära Napoleons erfolgreich geworden war.

 

1830 soll er der erste Maler gewesen sein, dem der Titel „Offizieller Maler der Marine“ verliehen wurde. König Louis-Philippe I. erhob ihn in den Rang eines Barons und beauftragte ihn 1838, 90 Bilder für Versailles zu schaffen, welche die französische Marinegeschichte darstellen sollten. Nachdem dieser König 1848 abdanken mußte, stellte Gudin sich auf die republikanische Seite. Der Staatspräsident derkurzlebigen Zweiten Republik war Napoleons Neffe Charles Louis Napoléon Bonaparte, der 1852 zum Kaiser Napoleon III. mutierte, und auch hier war Gudin sehr nah am Zentrum der Macht, etwa begleitete er den Kaiser auf einer Reise nach Algerien. 1841 war er zum Offizier der Ehrenlegion geworden, 1857 schließlich Commandeur.

 

Als Künstler war er allerdings schon lange über die Grenzen Frankreichs hinaus hochangesehen, seine Werke hingen in zahlreichen Galerien, soin Paris, London und Moskau und seit 1845 auch in der Berliner Nationalgalerie. Im selben Jahr wurde er sogar in den preußischen Orden Pour le Mérite für Wissenschaft und Künste aufgenommen.

 

Er schuf gewaltige, oft dramatische und in eher düsteren Farben gehaltene Ölgemälde, auf welchen er den Kampf von Menschen gegen Menschen auf der stürmischen See wie auch den Kampf des Menschen mit der Gewalt des Meeres darstellte, doch auch stille, mondbeschienene Szenen; überdies trat er mit hochwertigen Aquarellen und Grafiken hervor. Er starb 1880 in Boulogne sur Seine. Seine Tochter Henriette Herminie Louise Gudin (später verheiratet als Henriette Fauchier, 1825-1876) beschäftigte sich ebenfalls mit der Marinemalerei.

 

Verweise:
http://www.orden-pourlemerite.de/mitglieder/jean-antoine-theodore-baron-gudin?m=3&u=2
http://historic-marine-france.com/huile/gudin.htm

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Théodore Gudin „Sturm auf dem Meer“ (1832)
Théodore Gudin „Sturm auf dem Meer“ (1832)

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