Robert Henri – urbaner Realist der Ashcan School

Frankfurt am Main - Er begann unter dem Banner eines französisch geprägten Impressionismus, verwarf diesen Stil jedoch bald und wurde zu einem der prägenden Vertreter eines neuen, vor allem das Leben der Stadt darstellenden amerikanischen Realismus, der New Yorker Ashcan School. Einen wesentlichen Teil seines Werkes stellen Porträts dar.

Geboren wurde er 1865 als Robert Henry Cozad in Cincinatti (Ohio). Sein Vater John Jackson Cozad war Spieler und Immobilienhändler, 1871 gründete er die Stadt Cozaddale in Ohio. 1873 zog die Familie nach Nebraska, wo der Vater erneut eine Stadt gründete, diese hieß Cozad. 1882 tötete der Vater in einem Disput seinen Opponenten, und die Familie floh trotz Freispruchs nach Denver, Colorado, der Familienname wurde geändert, die Kinder als Adoptivkinder ausgegeben, um den Bezug zu dieser Geschichte zu verbergen. Später ging es weiter nach New York und schließlich nach Atlantic City in New Jersey, wo der angehende Maler seine ersten nennenswerten Gemälde vollendete.

 

1886 begann er ein Studium an der Akademie der Bildenden Künste Pennsylvania in Philadelphia, und 1888 ging er an Paris, wo er von 1889 bis 1891 die private Académie Julian besuchte, Ausbildungsstätte ganzer Heerscharen namhafter Künstler, sein dortiger Lehrer war der akademische Realist William-Adolphe Bouguereau; auch an der staatlichen Académie des Beaux-Arts belegte er Kurse. In diesen Jahren ließ er sich, wie zahlreiche seiner (auch amerikanischen) Zeitgenossen insbesondere vom französischen Impressionismus beeinflussen. 1891 kehrte er nach Philadelphia zurück, wo er noch einige Zeit an der Akademie unter dem Impressionisten Robert Vonnoh lernte. Im Folgejahr bereits begann er an der Philadelphia School of Design for Women seine eigene bedeutsame Karriere als Kunstlehrer.

 

Bald darauf brach er bereits mit dem Impressionismus, den er als neue Form der akademischen Malerei betrachtete. Er teilte seine Lebenszeit zwischen Philadelphia und Paris, wo er mehrfach ausstellte, dann wandte er sich nach New York City.

 

Gemeinsam mit anderen Künstlern wie dem Realisten John Sloan, dem Symbolisten Arthur B. Davies u.a. gründete er die (wie der Name erahnen läßt acht Künstler umfassende) Gruppe „The Eight“, welche sich gegen akademischen Realismus und Impressionismus gleichermaßen stellte. Die fünf urbanen Realisten unter diesen acht von Philadelphia nach New York gekommenen Maler wurden zur Keimzelle einer größeren, unter dem ursprünglich abwertend gemeinten, von akademisch-konservativen Kritikern eingeführten Namen „Ashcan School“ (Ascheeimer-Schule) bekanntgewordenen Schule (für die Gründungsdaten sowohl von „The Eight“ als auch der „Ashcan School“ finden sich recht widersprüchliche Angaben). Thematisch spezialisierte Henri sich mittlerweile vor allem auf sehr lebendig wirkende Porträts.

 

Seine Laufbahn als Künstler und Kunsterzieher war nun von kontinuierlichem Erfolg bestimmt. 1906 wurde er als Mitglied der National Academy of Design aufgenommen, 1909 unterrichtete er zunächst an der New York School of Art, bald darauf jedoch, bis 1912, an einer selbst in Leben gerufenen Schule. Bei der legendären, oft als Startschuß der Moderne in den USA betrachteten, Internationalen Ausstellung Moderner Kunst von 1913, besser bekannt als „Armory Show“ stellte er mit „The Eight“ aus.

 

Von 1915 bis 1928 war er ein überaus angesehener Lehrer an der Art Students League of New York. Zu seinen Schülern im Laufe der Jahre gehörten später bekannte Künstler wie Edward Hopper, George Bellows, Stuart Davis oder Rockwell Kent. Als er 1929 an Herzstillstand infolge eines Krebsleidens starb, war er einer der einflußreichsten US-amerikanischen Künstler und wird bis heute als einer der Väter der amerikanischen Moderne betrachtet. Sein Grab befindet sich in der Familiengruft in Philadelphia.

 

Verweise:

http://www.henrirobert.org/
https://www.britannica.com/biography/Robert-Henri
http://libmma.contentdm.oclc.org/cdm/search/field/subjec/searchterm/Henri,%20Robert,%201865-1929%20--%20Exhibitions/mode/exact
http://www.the-athenaeum.org/art/list.php?m=a&s=tu&aid=663

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Robert Henri „Isolina Maldonado – Spanish Dancer“ (1921)
Robert Henri „Isolina Maldonado – Spanish Dancer“ (1921)

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