Peter Nicolai Arbo – romantischer Maler nordischer Göttersagen

Frankfurt am Main - Eine Reihe norwegischer Maler ließen sich in der Mitte des 19. Jahrhunderts an der Königlich-Preußischen Kunstakademie in Düsseldorf ausbilden. So erfuhren sie ihre Prägung durch die Düsseldorfer Malerschule, und die dort vermittelten spätromantischen Auffassungen verbanden sie mit ihrem eigenen norwegischen Hintergrund. So entstand in der Malerei die norwegische Nationalromantik; zu deren frühen Vertretern gehörten unter anderem Hans Fredrik Gude, Adolph Tidemand und der etwas jüngere Peter Nicolai Arbo, ein Historienmaler, der einige der bekanntesten Gemälde zur nordischen Mythologie schuf.

Geboren wurde Arbo 1831, seine Kindheit verbrachte er in Gulskogen, einem Stadtteil der südnorwegischen Stadt Drammen. Sein Vater war Schuldirektor. Seine künstlerische Ausbildung begann er 1851, als er für ein Jahr die von dem Maler, Druckgraphiker und Zeichenlehrer Frederik Ferdinand Helsted geleitete Kunstschule in Kopenhagen besuchte.

 

Von 1852 an besuchte er schließlich die Düsseldorfer Akademie, sein wichtigster Lehrer dort war Professor Karl Ferdinand Sohn, der als Mensch und Pädagoge höchste Achtung genoß und vor allem in seinen Portraits brillierte und bei dem Arbo bis 1855 Kurse belegte. Es scheint, daß er in Düsseldorf überdies Unterricht bei den Historienmalern Emil Hünten und Otto Mengelberg nahm - in beiden Fällen werden in der Literatur zum Teil abweichende Namen angegeben, es dürften jedoch diese beiden gemeint sein.

 

Von 1857 bis 1861 war Arbo Mitglied des bis heute bestehenden Düsseldorfer Künstlervereins „Malkasten“, auch brachte ihn seine Zeit an der Düsseldorfer Akademie in freundschaftlichen Kontakt mit seinen beiden Landsleuten Hans Gude und Adolph Tidemand, welche dort als Professoren tätig waren und als eigentliche Begründer der norwegischen nationalromantischen Malerei gelten können.

 

1861 ging Arbo zurück nach Norwegen, es folgte eine Studienreise gemeinsam mit Gude sowie Frederik Collett, einem gleichfalls stark von der Romantik geprägten Landsmann. Bald war er ein angesehener Maler, und einige seiner nächsten Werke (etwa „Valkyrien“ von 1865) wurden bedeutende Erfolge. 1866 bereits wurde er zum Ritter des Königlich-Norwegischen Olafsordens ernannt und bekam den schwedischen Wasaorden verliehen.

 

Heroisch und episch war seine Darstellungsweise von Szenen der nordischen Mythologie und Geschichte; als beispielhaft kann hier sein wohl bekanntestes Gemälde gelten, das monumentale „Åsgårdsreien“ von 1872, eine Interpretation der skandinavischen Fassung von „Wotans wilder Jagd“. Arbo hielt zahlreiche Positionen im offiziellen Kunstleben nicht nur seines Heimatlandes, so war er Mitglied der Jury von Kunstausstellungen in Stockholm 1866 und Philadelphia 1876; zudem war er ab 1875 Mitglied der Gesellschaft der Nationalgalerie sowie von 1882 bis zu seinem Tod 1892 Leiter der Kunstgesellschaft von Kristiania (dem heutigen Oslo).

 

Das Haus in Gulskogen, wo Arbo seine Kindheit verbrachte, ist heutzutage Teil des Stadtmuseums von Drammen, mehrere seiner Kunstwerke sind dort zu besichtigen. Am Rande sei noch vermerkt, daß Gemälde Arbos mehrfach von nordisch inspirierten Metal-Bands als Covermotive genutzt wurden, u.a. von Bathory (das oben zu sehende „Åsgårdsreien“ für das Album „Blood Fire Death“) und Burzum (für das Album „Umskiptar“).

Letzte Änderung am Montag, 20 Februar 2017 03:02
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Peter Nicolai Arbo „Åsgårdsreien“ (1872)
Peter Nicolai Arbo „Åsgårdsreien“ (1872)

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