Ludwig Richter - der beliebteste Illustrator der Spätromantik

Frankfurt am Main - Adrian Ludwig Richter ist zu den herausragenden bildenden Künstlern der späten deutschen Romantik und des Biedermeier zu zählen. Er hinterließ Zeichnungen, Gemälde und Stiche, wobei ihm insbesondere seine als Buchillustrationen gefertigten Holzschnitte eine über seine Lebenszeit hinausgehende Bekanntheit sicherten.

Geboren wurde er 1803 in Dresden als Sohn des Zeichners und Kupferstechers Carl August Richter. Er beendete die Schule 1815 und lernte anschließend bei seinem Vater die Kupferstecherei, wobei er sich stark an den Arbeiten Daniel Chodowieckis (und Johann Christoph Erhards?) orientierte. Darüber hinaus studierte er an der Kunstakademie in Dresden.

 

Er muß sich damals schnell einen Namen gemacht haben, denn bereits 1820-21 durfte er den russischen Fürsten Narischkin als Zeichner auf einer Reise durch Frankreich begleiten; die Bilder wurden später der Zarin geschenkt. Es folgten zwei Jahre in Dresden, und von 1823 bis 1826 ging er nach Rom, wo er seine Begeisterung für die Landschaftsmalerei entdeckte. Anders als bei Zeitgenossen wie Friedrich Nerly d.Ä. oder August Kopisch blieb Italien für ihn nur eine Phase, allerdings schloß er dort mit zahlreichen deutschen Künstlern und weiteren bekannten Persönlichkeiten Freundschaft. Als stilprägend erwies sich zunächst vor allem der Einfluß des Landschaftsmalers Joseph Anton Koch. Auch die stark christliche Prägung seines Werkes geht wesentlich auf den Italienaufenthalt zurück.

 

1828 ging er nach Meißen, wo er eine Stelle als Zeichenlehrer und Gestalter an der Porzellanmanufaktur erhielt. 1835/36 erhielt er eine Professur an der Kunstakademie in Dresden und wurde so Nachfolger seines Vaters als Leiter der Klasse für Landschaftsmalerei.

 

In jener Zeit begann er auch mit den Holzschnitten zu Buchillustrationen, welche seinen Ruhm erst wirklich begründen sollten. Als sein Meisterwerk gilt die Bebilderung der „Volksmährchen der Deutschen“, 1842 von Johann Karl August Musäus herausgegeben. Darüber hinaus schuf er Illustrationen zu Veröffentlichungen von Schiller, Goethe, Hebbel, Mörike und Bechstein und vieles mehr. Diese Arbeiten markieren den Höhepunkt seines Schaffens. 

 

Für sein Gemälde „Brautzug im Frühling“ von 1847 erhielt er auf der Pariser Weltausstellung 1855 eine Goldmedaille, ab 1869 begann er damit, sein doch recht „biedermeierlich“ und in geraden Bahnen abgelaufenes Leben niederzuschreiben.

 

1873(74?) fand sein Wirken als Künstler durch eine Augenerkrankung ein Ende. Er setzte sich 1876(77?) zur Ruhe und starb schließlich in Loschwitz bei Dresden. An seiner Bedeutung als Künstler gab es damals auch von offizieller Seite keine Zweifel, der gläubige Katholik mit deutsch-protestantischen Sympathien erhielt ein prunkvolles Staatsbegräbnis.

 

Verweise:

https://www.heiligenlexikon.de/BiographienL/Ludwig_Richter.html
http://www.goethezeitportal.de/index.php?id=1276
http://www.goethezeitportal.de/index.php?id=4191
http://www.oel-bild.de/Kuenstler/Bilder/Gemaelde/Adrian-Ludwig--Richter.htm

Letzte Änderung am Mittwoch, 19 Juli 2017 05:35
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Ludwig Richter „Illustration zu Hebbels Alemannischen Gedichten“ (Holzschnitt, 1851)
Ludwig Richter „Illustration zu Hebbels Alemannischen Gedichten“ (Holzschnitt, 1851)

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