Leo Gestel – ein Hauptvertreter der klassische Moderne in den Niederlanden

Frankfurt am Main - Seine Ursprunge hatte er im späten Impressionismus und Postimpressionismus, danach wanderte er durch sämtliche Territorien der modernen Kunst, von Fauvismus und Expressionismus bis Futurismus und Kubismus. Neben Piet Mondrian dürfte er der vielseitigste Maler der niederländischen Moderne gewesen sein.

Zur Welt kam Leendert Gestel 1881 im südniederländischen Woerden. Sein Vater Willem Gestel sowie dessen Bruder Dimmen, welcher auch mit van Gogh pleinair gemalt haben soll, waren bereits Kunstmaler und gaben dem Jungen den ersten Unterricht. Zum Bestreiten seines Lebensunterhalts begann er mit der Gestaltung von Werbeanzeige sowie der Illustration von Büchern und Zeitschriften. Anschließend studierte er an der Nationalen Kunstakademie und später an der Reichsakademie der Bildenden Künste in Amsterdam, wo er selbst bereits Abendklassen unterrichtete.

 

Seine frühen Werke waren, wie ja auch jene Mondrians, von Impressionismus und Pointillismus bestimmt, doch nach 1911 wandte er sich von diesen Richtungen ab und experimentierte mit moderneren Strömungen, so ließ er sich 1912 von einer Futuristenausstellung in Amsterdam anregen; 1913 konnte er beim von Herwarth Walden organisierten Ersten Deutschen Herbstsalon in Berlin ausstellen und 1914 begann, nach einem Aufenthalt auf Mallorca, seine kubistische Phase. Er war einer von wenigen holländischen Malern, welche sich mit diesem Stil befaßten. 1915 war er einer der Mitbegründer des Niederländischen Künstlerkreises.

 

Gestel war viel auf Reisen, er besuchte u.a. Dresden und Sizilien. Die Sommermonate verbrachte er regelmäßig in seinem Atelier im Umfeld der als Bergener Schule bekannten Künstlergruppe in Bergen (Nordholland). Dieses Atelier ging 1929 in Flammen auf, wodurch ein Großteil seiner Werke vernichtet wurde. Über 5000 Arbeiten auf Papier blieben erhalten, sie befinden sich heute in der Obhut des Instituut Collectie Nederland.

 

Sein neuer Hauptwohnsitz mit Atelier befand sich in Blaricum. Stilistisch bewegte er sich zusehends in Richtung Abstraktion, ohne sich jedoch ganz vom Figürlichen zu lösen. Er arbeitete für seine Stilleben, Porträts und Lebensbilder mit verschiedenen Medien wie Tinte, Aquarellen und Öl; überdies schuf er auch in späteren Jahren weitere Buchillustrationen. Er litt allerdings an starken gesundheitlichen Beeinträchtigungen und verstarb 1941 in Hilversum.

 

Verweise:

http://www.artfacts.net/de/kuenstler/leo-gestel-36637/profil.html
https://www.the-athenaeum.org/art/list.php?m=a&s=tu&aid=417
http://www.schilderijen-site.nl/woordenboek/leo-gestel/

Letzte Änderung am Freitag, 10 November 2017 05:04
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Leo Gestel „Blick über die Dächer bei Regen“ (Aquarell/Gouache auf Papier, 1923)
Leo Gestel „Blick über die Dächer bei Regen“ (Aquarell/Gouache auf Papier, 1923)

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