Léon Cogniet – Historienmaler und Kunsterzieher

Frankfurt am Main - Es gibt Künstler, welche der Nachwelt besonders durch ihr Werk in Erinnerung bleiben – dies sind die meisten. Andere hinterlassen Spuren vor allem durch den Einfluß, den sie als Lehrer ihrerseits bedeutender Schüler hatten. Zu dieser Kategorie gehört Léon Cogniet, welcher sich vorrangig mit Portraits und gediegener Historienmalerei zwischen Neoklassizismus und Romantik befaßte und zahlreichen Künstlern der folgenden Generation ihr Handwerk lehrte.

Zur Welt kam er 1794 in Paris als Sohn eines Malers und Tapetendesigners, konnte also in die Fußstapfen des Vaters treten, als er 1812 sein Studium an der École des Beaux-Arts begann. Sein bedeutendster dortiger Lehrer war Pierre-Narcisse Guérin, überdies arbeitete er im Atelier des klassischen Landschaftsmalers Jean-Victor Bertin. An der Kunstschule wurde sein Talent erkannt und gefördert, und so konnte er bereits 1814 an einer Ausstellung der Académie française teilnehmen. Er kam in Kontakt mit zahlreichen weiteren später bedeutenden Malern, darunter Eugène Delacroix, Théodore Géricault und Ary Scheffer. 1817 gewann er, beim zweiten Versuch, den Prix de Rome erster Klasse, welcher vor allem wegen des damit verbundenen Stipendums für ein Studium in Italien begehrt war. Im selben Jahr noch nahm Cogniet, ebenfalls erfolgreich, erstmals am Pariser Salon teil.

 

Dann ging es nach Rom, wo er bis 1822 in der Villa de Medici lebte. Nach seiner Rückkehr nach Paris konnte er mit weiteren Ausstellungsbeteiligungen und Aufträgen für Wandgemälde schnell an frühere Erfolge anknüpfen. Aus den zwanziger und dreißiger Jahren des 19. Jahrhunderts stammt der Großteil seiner bedeutenden Werke, etwa „Das Massaker an den Unschuldigen“, „Der bethlehemitische Kindermord“ oder „Raub der Rebekka durch den Tempelherrn“.

 

1831 begann er, am Lycée Louis-le-Grand zu unterrichten, von 1840 bis 1860 war er Inhabereiner von seiner Schwester Marie-Amélie Cogniet sowie seiner Schülerin und späteren Frau Catherine Caroline Thévenin geleiteten Malschule für Frauen. Ab 1843 galt seine Aufmerksamkeit weitgehend dem Unterrichten, er selbst malte nur noch sporadisch, meist Portraits (ab 1855 stellte er die Malerei ein). Von 1847 bis 1861 hatte er einen Lehrauftrag an der École polytechnique; seine bedeutendste Stelle war jedoch jene an der École des Beaux-arts, wo er von 1847 bis 1863 unterrichtete. Danach gab er auch das Lehren bald auf und verbrachte die letzten Lebensjahre zurückgezogen und weitgehend vergessen in Paris, wo er 1880 starb.

 

Sein Schwerpunkt war die Historienmalerei, wo er einen eigenen, technisch perfekten Stil unter starker Beachtung der Lichtverhältnisse entwickelte, und später vor allem die Portraitkunst. Überdies schuf er Wandgemälde für Kirchen und Druckgraphiken. Zahlreiche namhafte Maler waren seine Schüler, darunter so illustre Persönlichkeiten wie der schwedische Neoromantiker Nils Blommér („Wiesenelfen“), dessen Landsmann Egon Lundgren (ein bedeutender Aquarellist), Jules Lefebvre (welcher seinerseits an der Académie Julian als großer Lehrer vor allem der amerikanischen Impressionisten hervortrat) oder Léon Bonnat, ebenfalls Historienmaler und Professor an der École des Beaux-arts.

 

Verweise:

https://www.the-athenaeum.org/art/list.php?m=a&s=tu&aid=1656
http://www.artcyclopedia.com/artists/cogniet_leon.html
http://thejadesphinx.blogspot.de/2013/05/massacre-of-innocents-by-leon-cogniet.htm

Letzte Änderung am Donnerstag, 19 April 2018 19:47
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Léon Cogniet „Die Schlacht von Heliopolis“ (Öl auf Leinwand, 1837)
Léon Cogniet „Die Schlacht von Heliopolis“ (Öl auf Leinwand, 1837)

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