Kunstmarkt verzeichnet Höchstpreise zum Jahresausklang 2014

München - Quer durch das Feld der namhaften Auktionshäuser wurden in der Schlußsaison beeindruckende Höchstpreise im sechs-, sieben- und zuweilen achtstelligen Bereich erzielt.

Führend waren dabei die Alten Meister und das 19. Jahrhundert, wobei stark mit ausschlaggebend für so manchen Bieter-Hype gewesen sein dürfte, daß dem Kunstmarkt eine gewisse Auffrischung von Werken zugeführt wurde, die über teilweise Jahrzehnte in unveränderten Besitzverhältnissen ruhten. Zudem lassen einige Zuschläge von Papierarbeiten der Romantik die Vermutung zu, einen womöglich einsetzenden Trend zu erkennen. Ein Aspekt, der speziell für dasjenige Klientel von besonderer Relevanz ist, das Kunstwerke in erster Linie als Finanzanlage versteht.

 

Bei Bassenge in Berlin brachte es eine mit einer Taxe von 120.000,00 € angesetzte zeichnerische Dartellung zweier „Welker Ahornblätter“ des deutschen Romantikers Friedrich Olivier aus dem Reichsgründungsjahr 1871 auf sage und schreibe 2,6 Millionen Euro, womit der Zuschlag beim mehr als Zwanzigfachen des Schätzwertes erfolgte. Erworben wurde dieses Meisterwerk der Zeichenfelder von einem über den Kunsthändler Wolfgang Wittrock agierenden amerikanischen Privatsammler, der sich ebenfalls eines Bleistift-Porträts von J.S. von Carolsfeld bemächtigte, das Friedrich Olivier zeigt. Auch dieses Spitzenwerk lag mit seinen 650.000,00 € um ein Vielfaches über der Taxierung. Einen weiteren Rekord konnte Berlin im Auktionshaus Grisebach vorweisen, wobei allerdings die Taxe des in Rede stehenden Gemäldes von Adolph Menzel aus dessen Folge „Rüstungsphantasien“ schon im Vorfeld der Versteigerung als deutlich unterbewertet angesehen wurde. Der letztendliche Zuschlag bei 2,8 Millionen Euro ist allerdings beachtlich.

 

Einen besonderen Höhepunkt lieferte Sotheby's in London mit dem Spitzenlos eines 1835 als Auftragsarbeit entstandenen Gemäldes von William Turner, das die Aussicht Roms von Aventin aus gesehen zeigt. Dies Bild, von dem es auch eine gleichformatige Ansicht gibt, besticht durch seinen vorzüglichen Zustand. Die gleichformatige Ansicht wurde 2010 für sagenhafte 26,5 Millionen Pfund dem Getty Museum zugeschlagen, weshalb in der Fachwelt auf eine womöglich museale Zusammenführung der beiden Werke spekuliert wurde.

 

Zu dieser Zusammenführung kam es zwar nicht, aber zu einer Preisexplosion von phänomenalen 27 Millionen Pfund, womit das Werk zum teuersten eines britischen Künstlers aus der Zeit vor dem 20 Jahrhundert gekürt wurde.
Überraschend gegenläufig endete jedoch bei Christie's das Toplos eines Porträts des Musikers Hendrick Liberti von Anton van Dyck, das mit 2,5 Millionen Pfund am unteren Schätzwert stehen blieb. Es ist trotz eines zweifellosen Trends zu Spitzenpreisen am Kunstmarkt dennoch anzunehmen, daß der Rekord aus dem Jahr 2002 für das Rubens-Gemälde „Der Bethlehemitische Kindermord“ mit seinen exorbitanten 45 Millionen Pfund so schnell nicht übertroffen werden wird.

Letzte Änderung am Dienstag, 07 Februar 2017 21:02
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Ernst Huber (1885-1960) „Schneebedecktes Dorf“ Öl auf Leinwand im Format 60 x 73 cm. Signiert und datiert "E-Huber 28" unten links. Monogrammiert "E-H" unten rechts
Ernst Huber (1885-1960) „Schneebedecktes Dorf“ Öl auf Leinwand im Format 60 x 73 cm. Signiert und datiert "E-Huber 28" unten links. Monogrammiert "E-H" unten rechts Quelle: artemis-invest.de

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