Klassizismus und Eleganz: der Engländer Albert Joseph Moore

Frankfurt am Main - Er begann im Umfeld des Arts and Crafts Movement und der Präraffaeliten und wurde später zu einem der herausragenden Vertreter eines akademischen Klassizismus in England. Seine in antike Szenerien gesetzten Frauengestalten wirken auch heute noch überaus vornehm.

Geboren wurde Albert Joseph Moore 1841 in York als vierzehntes Kind des seinerzeit recht bekannten Porträtisten und Landschaftsmalers William Moore. Mehrere seiner Geschwister wurden zu Künstlern ausgebildet, besonders stach sein Bruder Henry Moore hervor, und zwar im Bereich der Marinemalerei.

 

Die ersten Grundlagen der künstlerischen Ausbildung in Malerei und Zeichnen bekam er von seinem Vater vermittelt, der allerdings bereits 1851 starb, anschließend unternahm der Bruder John Collingham Moore die Anleitung, und bereits im Alter von elf Jahren waren die Ergebnisse der Arbeit des Jungen ausreichend für eine Medaille des „Department of Science and Art“ in Kensington. 1857 wurden erstmals zwei Zeichnungen von ihm an der Royal Academy of Arts ausgestellt, wo er sich im Folgejahr auch als Student einschrieb, allerdings nur wenige Monate blieb, bis er sich entschied, als freischaffender Künstler zu arbeiten.

 

In seinen frühen Arbeiten ließ er sich stark von der Arts and Crafts-Bewegung, vor allem John Ruskin, sowie den dieser verwandten Präraffaeliten beeinflussen. Er arbeitete als Designer für Morris, Marshall, Faulkner and Co., entwarf Fliesen, Tapeten und Glasverzierungen. Ein weiterer Schwerpunkt seiner Arbeit wurden Wandgemälde, etwa für Kirchen. Sein erstes großes Leinwandgemälde „Elijah‘s Sacrifice“ entstand 1863 bei einem Aufenthalt in Rom und war zwei Jahre später an der Royal Academy zu betrachten. Dort sollte er im Laufe seines Lebens mehrfach ausstellen, ohne jedoch je Mitglied zu werden.

 

1865 lernte er James McNeill Whistler kennen und freundete sich mit ihm an; die beiden einte die betont ästhetische Kunstauffassung. Unter dem Eindruck der von Lord Elgin aus Athen importierten Marmorstatuen, welche das vorherrschende Bild der antiken Kunst stark prägten, und wohl auch seines Romaufenthaltes wandte er sich von den Präraffaeliten ab und klassischen bzw. klassizistischen Themen zu (wobei auch ein bekannter Präraffaelit John Collier etwa sich mit Vorliebe antiken Motiven widmete).

 

Dabei bediente er sich einer akademisch genauen Malweise, und sein bevorzugtes Motiv waren Frauen bzw. Frauengruppen, bei denen Dynamik und Ausdruck wenig galten, denn im Vordergrund stand die dekorative Wirkung der Frauengestalten und ihrer sorgfältig gearbeiteten Kleidung. Sehr einfühlsam zeigte Moore sich in der Wahl der Farben. Neben diesen klassizistischen Szenen tat er sich mit meisterlichen und gefühlvollen Porträts hervor. Moore pflegte wohl einen eher dandyhaften Lebensstil, sein Haus in London teilte er mit zahlreichen Katzen. Er starb 1893, mit nur 52 Jahren, in seinem Londoner Atelier.

Letzte Änderung am Sonntag, 11 Juni 2017 16:45
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Albert Joseph Moore „Granatäpfel“
Albert Joseph Moore „Granatäpfel“

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