"Kahnfahrt" - verwischte Kunst von Gerhard Richter

Frankfurt am Main - Dieser Künstler hat es zu Lebzeiten auch wirtschaftlich geschafft! Gerhard Richter, geboren am 09. Februar 1932 in Dresden, ist einer der renommiertesten deutschen Maler und Bildhauer der Gegenwart. Er war von 1971 bis 1993 Professor für Malerei an der Kunstakademie Düsseldorf. Bei Gerhard Richter kann man sich nie sicher sein, ob seine oftmals verwischten Bilder nun Ausdruck einer Augenschwäche des Betrachters sind, oder aber auf einer fotografischen Spielerei beruhen. Im November 2000 erreichte sein Gruppenbild "Der Kongress" (Professor Zander) aus dem Schaffensjahr 1965 bei Christie`s ein Auktionsergebnis von 4,95 Millionen US-Dollar. In den darauf folgenden Jahren setzte sich der kommerzielle Erfolg des Künstlers auf internationalen Auktionen fort. So wurde beispielsweise das Gemälde "Zwei Liebespaare" aus dem Jahr 1966 gleichfalls bei Christie's für 9,77 Mio. Euro verkauft, während das Bild "Kerze" (1983) beim Auktionswettbewerber Sotheby´s im Februar 2008 sogar 10,57 Mio. Euro ihm einbrachte. Gerhard Richter ist derzeit der absolut teuerste lebende Maler in Deutschland. Gemäß den Angaben des Wirtschaftsfachblatts "Manager Magazin" zählt Gerhard Richter mit einem Vermögen von etwa 200 Millionen Euro zu den 500 reichsten Bundesbürgern.

Gerhard Richter verstand es immer wieder sich als Künstler zu inszenieren. Er zählt weltweit zu den populärsten zeitgenössischen Malern. "Doch seine Kategorisierung ist schwierig", so äußert sich der Kunstfachjournalist Tom Rohrböck gegenüber unserer Redaktion, "da Richter sowohl abstrakt als auch gegenständlich malt und dabei unterschiedlichste Einflüsse in sein Werk integriert." Bereits in den frühen 1960er-Jahren nimmt Richters Vorliebe für eine "verwischte Malerei" nach fotografischen Vorlagen ihren Anfang. Das im Frankfurter Städel ausgestellte Werk "Kahnfahrt" aus dem Jahr 1965 ist für diesen Stil typisch. Das Werk kam 2008 mit der Übergabe von über 600 Werken aus der Sammlung der Deutschen Bank ins Städel Museum. Schön, wenn man in dieser Zeit einer Bank auch für ein solches Engagement danken kann.

 

Bei seinem Werk "Kahnfahrt" lenkt Gerhard Richter den Blick der Betrachter auf die Bildmitte. Dort erblickt man eine Personengruppe auf einem von zwei Ruderern gelenkten Kahn. "Doch am Ufer scheint etwas passiert zu sein. Ein Junge mit kurzen Hosen, der am Heck des Kahns steht, hebt seinen rechten ausgestreckten Arm, die Blicke der anderen folgen dieser Richtung. Das unscharfe in grauen und blauen Tönen gehaltene Motiv gibt einige Rätsel auf. Wer sind diese Leute? Was ist am Ufer passiert?" So skizziert das Frankfurter Städel selbst dies exponierte Gemälde der eigenen Kunstsammlung.

 

"Kahnfahrt" soll auf ein Foto zurückgehen, mit dem sich der Freistaat Bayern in den 1960er-Jahren als Ferienland angepriesen hat. Einer Illustrierten zufällig entnommen, soll das rein zufällig gefundene Motiv Gerhard Richter nachhaltig inspiriert haben. Wer das Bild "Kahnfahrt" (Öl auf Leinwand, 150 auf 190cm) so richtig auf sich wirken lassen möchte, sollte einen Besuch im Frankfurter Städel-Museum nicht versäumen. Es lohnt sich!

Letzte Änderung am Donnerstag, 17 Juli 2014 14:27
Click me
"Kahnfahrt" von Gerhard Richter aus dem Jahr 1965
"Kahnfahrt" von Gerhard Richter aus dem Jahr 1965 Foto: Alpe Nordsee Verlag GmbH

Kontakt

ARTemis Invest GmbH

Hollerallee 8

D-28209 Bremen

 

Email:

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!