Joseph DeCamp – zwischen amerikanischem Impressionismus und Tonalismus

Frankfurt am Main - Joseph DeCamp gehört ohne Zweifel zu den bekannteren Namen des amerikanischen Impressionismus und des diesem verwandten Tonalismus. Dabei ist ein gewaltiger Teil seines Werkes verloren gegangen – erhalten sind vor allem seine späteren Porträts, unwiederbringlich zerstört sind seine frühen Landschaftsgemälde.

Zur Welt kam er 1858 in Cincinatti (Ohio). Er studierte zunächst in Cincinatti und/oder Boston bei Frank Duveneck (nicht mit ihm, wie stellenweise fälschlich zu lesen ist). Etwa 1878 ging er mit diesem und einigen Mitstudenten nach München, wo Duveneck (der dort zuvor bereits bei Wilhelm Diez und Wilhelm Leibl studiert hatte) eine Stelle als Hochschullehrer an der Kunstakademie bekommen hatte. Später verbrachte DeCamp einige Zeit in Florenz und ging 1883 nach Boston.

 

Dort schloß er sich der stark vom französischen Impressionismus beeinflußten Boston School an. Mehrere der führenden Vertreter dieser Schule, darunter Edmund C. Tarbell, Frank Weston Benson und William McGregor Paxton, hatten auch in Paris an der Académie Julian studiert und machten sich um die Verbreitung dieses Stils in den USA verdient. DeCamp wandte sich in jenen Jahren von der Landschaftsmalerei ab und befaßte sich nun vorrangig mit Porträts, wobei er für diese feinfühligen Arbeiten nicht selten Familienmitglieder als Modelle nutzte.

 

In den 1890er Jahren begann er, sich stilistisch von der impressionistischen Tüpfelmalerei zu verabschieden und sich stärker am gerade aufblühenden Tonalismus zu orientieren. Ab 1895 lehrte er für ein Jahr an der in Philadelphia befindlichen Pennsylvania Academy of the Fine Arts, mußte den Posten jedoch aus gesundheitlichen Gründen wieder abgeben. 1897/98 gehörte er, neben Künstlern wie Childe Hassam und John Henry Twachtman, zu den Gründungsmitgliedern der vorrangig impressionistisch geprägten Gruppe der Ten American Painters.

 

Sein künstlerischer Weg war durchaus von Erfolg geprägt, es gab Auszeichnungen, 1902 wurde er zum assoziierten Mitglied der National Academy of Design, ab 1903 lehrte er an der Massachusetts Normal Art School, hinzu kam ein Lehrauftrag an der Schule des Bostoner Museum of Fine Arts. 1904 jedoch traf ihn ein gewaltiger Schicksalsschlag in Gestalt eines Feuers, welches sein Atelier in Boston völlig zerstörte. Mehrere hundert seiner Gemälde, darunter fast sämtliche seiner Landschaften, fielen dem Feuer zum Opfer. Er blieb bis zu seinem Tod 1923 noch als vielbeachteter Künstler und Kunstlehrer tätig.

 

Verweise:

https://www.wikiart.org/de/joseph-decamp
https://art-depesche.de/malerei/150-die-bostoner-schule-des-amerikanischen-impressionismus.html
http://www.the-athenaeum.org/art/list.php?m=a&s=tu&aid=581

Letzte Änderung am Donnerstag, 27 Juli 2017 18:21
Click me
Joseph DeCamp „Die Hängematte“ (1895)
Joseph DeCamp „Die Hängematte“ (1895)

Kontakt

YAJUN WINTORP Media GmbH

Schumannstraße 27

D-60325 Frankfurt am Main

 

Email:

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!