Impressionistische Landschaftsmalerei im Museum Barberini

Potsdam – Das erst kürzlich eröffnete Museum Barberini am Alten Markt in Potsdam zeigt zum Einstieg zwei überaus gediegene Sonderausstellungen. Über „Klassiker der Moderne“ schrieb die ART-DEPESCHE vor einigen Tagen; im heutigen Beitrag geht es um die zeitgleich stattfindende Schau „Impressionismus. Die Kunst der Landschaft“. Unser Fazit gleich vorab: es lohnt sich.

Der Impressionismus stellt einen Schwerpunkt der Sammlung des Mäzens Hasso Plattner dar und soll auch in Zukunft im Programm des Museums eine entscheidende Rolle spielen. Der Bestand der Ausstellung setzt sich aus Stücken aus Plattners Kollektion sowie Leihgaben verschiedener Museen und Privatsammlungen zusammen. Über 90 Bilder sind zu sehen, davon ganze 41 Monets, damit kann die Schau, zumindest was deren Zahl angeht, mit der Ausstellung „Monet und die Geburt des Impressionismus“ im Frankfurter Städelmuseum 2015 mithalten.

 

Geordnet werden die zur Schau gestellten Stücke thematisch. Gartenbilder hängen neben Gartenbildern, Winterlandschaften neben Winterlandschaften; im Raum „Himmel im Fluß. Reflexionen und Spiegelungen“ wird die Bedeutung des Himmels als Element der Landschaftsgestaltung herausgearbeitet. So erfährt der Betrachter etwa, daß Alfred Sisley (1839-1899) seine Bilder immer mit dem Himmel begonnen hat.

 

Die Anordnung und Gestaltung ist, wie auch in „Klassiker der Moderne“, überaus gelungen. Jeder Themen-Raum beginnt mit einer kurzen Erläuterung, und zu nahezu jedem Bild gibt es einen gut verständlichen, Wesentliches herausarbeitenden Begleittext. Museumsleiterin und Kuratorin Ortud Westheider hat hier eine wirklich ordentliche Arbeit geleistet.

 

Im Vergleich zur erwähnten Frankfurter Monet-Ausstellung gibt es wohl weniger einzelne, große Werke, doch gerade die Ordnung, bei der thematisch Ähnliches nahe beieinander hängt, ermöglicht, Typisches und Besonderes zu erkennen, und reich belohnt wird das Auge auch so allemal.

 

Neben Claude Monet (1840-1926) und Sisley sind Camille Pissarro (1830-1903), Gustave Caillebotte (1848-1894) mit mehreren Werken vertreten, darüber hinaus gibt es Pierre-Auguste Renoir (1841–1919), Berthe Morisot (1841-1895) sowie die Neoimpressionisten Paul Signac (1863-1935) und Albert Dubois-Pillet (1846-1890), überdies ein sehr ungewöhnliches, erdiges „Fenster mit Nelken“ von Henri le Sidaner (1862-1939).

 

Man erfährt interessante Einzelheiten wie die Tatsache, daß sonders zum Zwecke der Blumenmalerei Gärten angelegt wurden, und daß Monet und Caillebotte selbst leidenschaftliche Gärtner waren und sich nicht nur über Kunst, sondern auch über Pflanzenzucht austauschten. Ein kleinerer Raum widmet sich dem Einfluß der besonders leuchtenden Farben im Süden Italiens auf die impressionistische Malerei, und ein weiterer präsentiert vier der Monetschen Seerosenbilder aus verschiedenen Entstehungsjahren, welche mit ihrem „Wechsel von der Ansicht zur Aufsicht“ als „Landschaft ohne Zentrum und Horizont“, in denen der Himmel nur noch als Reflektion auftaucht, einen bedeutenden Schritt auf dem Weg zur Abstraktion darstellten.

 

„Impressionismus. Die Kunst der Landschaft“ wird noch bis zum 28. Mai 2017 zu besichtigen sein. Die parallele Ausstellung zur Moderne sowie ein Teil des eigenen Bestandes an DDR-Kunst sind im Ticketpreis von 14 Euro mit enthalten, es ist eventuell mit längeren Wartezeiten zu rechnen. Das Museum Barberini befindet sich am Alten Markt (Humboldtstraße 5-6) in Potsdam. Geöffnet ist es täglich von 11-19 Uhr; Dienstag ist jedoch Schließtag. Jeden ersten Donnerstag im Monat ist überdies die Öffnungszeit bis 21 Uhr verlängert.

 

Verweise:

http://museum-barberini.com/vorschau-ausstellung-impressionismus/

Letzte Änderung am Sonntag, 19 Februar 2017 11:42
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Alfred Sisley „Wiesen von Veneux-Nadon“ (1881, Privatsammlung, Scan: RECOM ART)
Alfred Sisley „Wiesen von Veneux-Nadon“ (1881, Privatsammlung, Scan: RECOM ART)

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