Henri Fantin-Latour, Magier des Blumenstillebens

Frankfurt am Main - Er gehörte der gleichen Generation an wie die Impressionisten, mit denen er zum Teil persönliche Freundschaften pflegte. Künstlerisch stand er jedoch eher in der realistischen bis romantischen Tradition, die er mit einer ganz persönlichen Note bereicherte. Vor allem mit Porträts und Blumenstilleben schuf er eine Kunst voller Poesie.

Nachdem er 1836 in Grenoble geboren worden war, versahen ihn seine Eltern mit dem Namen Ignace Henri Jean Théodore Fantin-Latour, von den vier Vornamen wird in der Literatur meist Henri, bisweilen auch Théodore ausgewählt. Sein Vater Jean-Théodore war bereits Künstler und gab ihm in jungen Jahren Zeichenunterricht, später lernte er bei Horace Lecoq de Boisbaudran. Ein professionelles Studium an der École Nationale Supérieure de Baux-Arts de Paris folgte. Auch durch das Kopieren von Bildern Délacroix’ im Musée de Luxembourg sowie der Werke alter Meister im Louvre erarbeitete er sich technische Fertigkeiten.

In den mittleren bis späten 1850er Jahren machte er die Bekanntschaft zahlreicher bereits damals oder erst später bekannter Maler, darunter waren Edgar Degas, Édouard Manet, James McNeill Whistler (der ihn nach London einlud und in dortige Künstlerkreise einführte), Berthe Morisot und Gustave Courbet, in dessen Atelier er später auch arbeiten sollte.

Im Jahr 1862 war er eines der ersten Mitglieder der neu gegründeten Société des Aquafortistes, welche sich die Popularisierung der druckgraphischen Technik der Radierung auf die Fahne geschrieben hatte; weitere Mitglieder waren Whistler, Manet und Johan Barthold Jongkind. Als 1863 auf Initiative Napoleons III aufgrund der hohen Zahl an Zurückweisungen alternativ zum Pariser Salon der „Salon des Réfusés“ ins Leben gerufen wurde, war Fantin-Latour auf beiden Ausstellungen vertreten.

1864 hatte er eine überaus erfolgreiche Ausstellung an der Royal Academy of Arts in London. Als die späteren Impressionisten noch recht erfolglos versuchten, von der etablierten Malerei Anerkennung zu finden, konnte er sich über mangelndes Interesse an seinen Bildern nicht beklagen, allerdings nur außerhalb Frankreichs. Die Engländer rissen sich um seine Blumenstilleben, die er von nun vorrangig und in großer Zahl bei dennoch beachtlicher Qualität malte.

Diese Bilder, die heutzutage zu Höchstpreisen gehandelt werden, stellen den Hauptteil seines Werkes dar. Grob zwischen Romantik und Realismus angesiedelt, auf den kommenden Symbolismus hinweisend, zeugen diese von einer äußersten Verfeinerung des Sehens und gewinnen ihren unaufdringlichen Zauber aus der Stille.

Als er 1904 in Buré (Orne) in der Normandie starb, hinterließ Fantin-Latour neben seinen Blumenbildern ein umfangreiches, oft von klassischen Komponisten (namentlich Wagner) inspiriertes druckgraphisches Werk, eine Reihe von Gruppenbildern sowie hochwertige Bildnisse, nicht zuletzt ihm befreundeter Künstler, etwa von Whistler, Manet, Monet, Rimbaud, Renoir und Zola.

 

Verweise:

http://www.zeno.org/Kunstwerke/A/Fantin-Latour,+Henri
https://artinwords.de/henri-fantin-latour-leben-werk/
http://www.henri-fantin-latour.org

Click me
Henri Fantin-Latour „Weiße und pinke Malven in einer Vase“ (Öl auf Leinwand, 1895)
Henri Fantin-Latour „Weiße und pinke Malven in einer Vase“ (Öl auf Leinwand, 1895)

Kontakt

ARTemis Invest GmbH

Hollerallee 8

D-28209 Bremen

 

Email:

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!