George Inness – der „Vater der amerikanischen Landschaftsmalerei“

Frankfurt am Main - Er gilt weithin als der größte amerikanische Landschaftsmaler seiner Zeit. Anfangs vor allem von der romantischen Hudson River School geprägt, nahm er mit der Zeit Einflüsse der französischen Schule von Barbizon auf und bewegte sich schließlich zusehends in eine tonalistische bis proto-impressionistische Richtung.

Zur Welt kam George Inness 1825 in Newburgh (Orange County, New York). Der Vater war Farmer und George das fünfte von dreizehn Kindern. Als er fünf Jahre alt war, zog die Familie nach Newark in New Jersey. 
Seine künstlerische Ausbildung begann 1839, als er bei einem umherziehenden Maler namens John Jese Barker lernte. Als Jugendlicher arbeitete er als Kartengraveur. Inness begeisterte sich für alte Meister wie Salvator Rosa und Claude Lorrain und versuchte, deren Gemälde zu reproduzieren. In jener Zeit wurde der in New York ansässige französische Landschaftsmaler Régis François Gignoux auf ihn aufmerksam und 1843 vorübergehend sein Lehrer, auch besuchte Inness Kurse an der National Academy of Design in New York. Hinzu kam eine Faszination für Landschaftsgemälde zweier Vertreter der Hudson River School, namentlich Thomas Cole und Asher B. Durand.

 

1844 stellte er erstmals an der National Academy aus. Sein erstes Atelier eröffnete er 1848 in New York. 1849 heiratete er erstmals, seine Frau starb jedoch bald, so daß er im Folgejahr erneut heiratete; aus jener Ehe sollten sechs Kinder hervorgehen.

 

1851 ermöglichte ihm ein Mäzen namens Ogden Haggerty einen längeren Studienaufenthalt in Europa. Zunächst verbrachte er etwa ein Jahr in Rom, wo er ein Atelier über dem seines Landsmannes William Page mietete. Page machte ihn mit der Lehre des christlichen Mystikers und Naturphilosophen Emanuel Swedenborg vertraut, der die Natur als von Gott durchwirkt sah, was ihn in seinem Leben und Werk entschieden prägen sollte. 
Wie bei vielen Künstlerbiographien finden sich auch zu Inness höchst widersprüchliche Angaben, so daß die Einzelheiten wie die Reihenfolge des Geschehens mit Vorbehalt zu genießen sind. Sicher ist jedoch, daß Inness in den frühen 50er Jahren auch einige Zeit in England, Holland und vor allem Frankreich verbrachte, wo er sich intensiv mit den Arbeiten der Schule von Barbizon beschäftigte, deren im Vergleich zur Hudson River School weit freiere, lockere Pinselführung und eher dunkle Farben Inness für sich übernahm, jedoch zu einem durchaus eigenen Stil fortentwickelte. Erwähnt werden kann überdies, daß sein Sohn George Inness Jr., später selbst ein namhafter Landschaftsmaler, 1854 in Paris geboren wurde.

 

In den mittleren 1850er Jahren fertigte Inness zahlreiche Auftragsarbeiten an, welche die Fortschritte im nordamerikanischen Eisenbahnbau festhielten. 1860 zog er nach Medfield, Massachusetts, wo er eine Scheune zu einem Atelier umbaute. 1864 zog er erneut um, diesmal nach Eagleswood (New Jersey). War er 1853 bereits assoziiertes Mitglied der National Academy geworden, erfolgte 1868 schließlich die Wahl zum Vollmitglied. Von 1870 bis 1878 hielt er sich erneut in Italien auf. Mit seinen Arbeiten aus den 1860er und 1870er Jahren wurde er zu einem der bedeutendsten amerikanischen Landschaftsmaler. Eine 1884 von der American Artists Association organisierte umfassende Werkschau bestätigte seinen Ruhm, und eine Goldmedaille bei der Weltausstellung in Paris 1889 führte zu internationaler Anerkennung.

 

1885 war Inness erneut umgezogen, und zwar nach Montclair in New Jersey. Dort verbrachte er den größten Teil seiner letzten Lebensdekade, bis er 1894 in der schottischen Stadt Bridge of Allan verstarb, nach Aussage seines Sohnes beim Betrachten eines Sonnenuntergangs. In den Arbeiten seiner letzten Jahre hatte er einen zusehends persönlichen Stil entwickelt, für welchen er trotz einiger Unterschiede oft mit dem Tonalismus oder Luminismus in Verbindung gebracht wird. Immer stärker traten seine spirituelle Naturauffassung und sein persönliches mystisches Erleben in den Vordergrund. Nicht durchdachte Komposition und realistische Darstellung, sondern die Verbundenheit des Künstlers mit der Natur galt es auszudrücken, dem dienten Tendenzen der Auflösung der Form, dramatische Gegensätze der Elemente und ein oft roher, freier Pinselstrich.

 

Während seiner Karriere gab Inness übrigens auch immer wieder selbst Mal- und Zeichenunterricht. Zu seinen Schülern gehörten unter anderem Louis Comfort Tiffany, Carleton Wiggins, Charles Dormon Robinson und der Marinemaler William Edward Norton.

 


 

Verweise:

http://www.georgeinness.org
http://www.metmuseum.org/toah/hd/inne/hd_inne.htm

Letzte Änderung am Dienstag, 28 März 2017 22:41
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George Inness „Der Sturm“ (1885)
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