Ernest de Chamaillard – ein Landschaftsmaler aus der Schule von Pont-Aven

Frankfurt am Main - Ernest de Chamaillard war einer der Freilichtmaler, welche sich der Künstlerkolonie im bretonischen Dorf Pont-Aven mit ihrem zweifelsohne bekanntesten Vertreter Paul Gauguin anschlossen. Den Schwerpunkt seiner Arbeiten bilden eher zurückhaltende, impressionistisch beeinflußte Landschaftsgemälde.

Geboren wurde er unter dem vollständigen Namen Henri Ernest Ponthier de Chamaillard im Jahr 1862 als Sohn eines Anwalts in derbretonischen Gemeinde Gourlizon (auch Quimper ist als Geburtsort zu lesen). Er begann mit dem Studium der Rechtswissenschaften und wurde Referendar, konnte sich dafür jedoch kaum begeistern, da seine innere Neigung (wir vermuteten dies bereits, sonst stünde hier kein Artikel über ihn) der Malerei galt.

 

So ging er im Juni 1888 nach Pont-Aven und begegnete dort Paul Gauguin, von dem er mehr die impressionistische Seite anstelle des Experiments adaptierte. Er trat natürlich auch in Kontakt mit anderen Künstlern der Kolonie, darunter Charles Laval, Émile Bernard und Henry Moret. Des Weiteren lernte er in Pont-Aven Louise Lamour kennen, seine spätere Ehefrau, deren Wohnung er gemeinsam mit Émile Bernard mit Wandmalereien verzierte. 
Ernest de Chamaillard war in Pont-Aven Schüler Gauguins, welcher ihn ermutigte, seinen schlichten Ansatz weiterzuverfolgen und die naive Unbeholfenheit im Ausdruck schätzte, mit welcher de Chamaillard an seine Landschaften heranging; von diesen entstanden in den Jahren in Pont-Aven zahlreiche.

 

Kommerzieller Erfolg war seinen Bildern leidernicht beschieden, weshalb er sich 1893 nach Châteaulin begab, um dort als Anwalt zu arbeiten; unter anderem vertrat er später Gauguin in seinem Prozeß gegen Marie Henry. Auch als Anwalt war er jedoch wenig erfolgreich, und so sah er sich 1905 gezwungen, für eine einfache Tätigkeit als Angestellter nach Paris zu gehen.

 

Ganz untreu wurde er der künstlerischen Tätigkeit allerdings nicht; zwischen 1906 und 1910 hatte er mehrfach Einzelausstellungen in der Galerie Bernheim-Jeune, wobei der renommierte Kunstkritiker Arsène Alexandre die Einleitungen zu den Katalogen verfaßte. Im Jahr 1907 konnte er überdies am Pariser Herbstsalon teilnehmen.

 

Im Jahr 1910 folgte eine Ausstellung selbstgefertigter Möbel bei Ambroise Vollard. Für eine Einzelausstellung im Jahr 1914 hatte Guillaume Apollinaire bereits einleitende Worte verfaßt; aufgrund des Krieges fand diese Werkschau jedoch nicht statt. Die Kriegszeit war von materiellen Nöten und dem Tod der beiden Söhne geprägt. In den Jahren 1925 und dann 1930 fanden noch einmal Einzelausstellungen statt, und zwar in der Georges Petit Galerie in Paris. Im Jahr 1931 starb Ernest de Chamaillard im Pariser Vorort Eaubonne.

 

Verweise:

http://www.pontaven.com/Ernest-de-CHAMAILLARD-1862-1931
https://art-depesche.de/malerei/186-henri-moret-–-von-pont-aven-zum-späten-impressionisten.html

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Ernest de Chamaillard „La vallée de Tréboul“
Ernest de Chamaillard „La vallée de Tréboul“

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