Der vielseitig interessierte Maurice Sand

Frankfurt am Main - Der Franzose Maurice Sand war ein echter „Hansdampf in allen Gassen“. Bekanntheit errang er vor allem als Schriftsteller, doch versuchte er sich auch als Biologe (mit dem Schwerpunkt Entemologie), Geologe, im Marionettentheater sowie als Maler und Illustrator. Sein kleiner Beitrag zur bildenden Kunst macht ihn auch für unsere miniaturbiographische Reihe interessant.

Jean-François-Maurice-Arnauld, Baron Dudevant, wurde 1823 in Paris als Sohn des Barons Casimir Dudevant und seiner Frau, der Schriftstellerin Amantine Aurore Lucile Dupin de Francueil, besser bekannt als George Sand, geboren. Die Eltern trennten sich 1831 nach großen Auseinandersetzungen. Zwar wurde das Sorgerecht dem Vater zugesprochen, doch lebte der Junge nichtsdestotrotz weitestgehend bei seiner Mutter.

 

Seine Gesundheit war schon früh angeschlagen, wegen rheumatischer Beschwerden reiste seine Mutter 1838/39 mit ihm, seiner Schwester Solange und dem befreundeten Frédéric Chopin, welcher an Tuberkulose litt, nach Mallorca; mit positivem Effekt für Maurice und einer Verschlechterung des Zustands von Chopin in Folge. Eine mangelhafte Gesundheit sollte ihn allerdings über das Leben hinweg begleiten.

 

Sein künstlerisches Schaffen umfaßte vor allem zahlreiche Romane. Bedeutend wurde seine Studie zur italienischen Commedia dell’arte, welche mit Radierungen von Alexandre Manceau versehen wurde, die Einleitung verfaßte Maurice’ Mutter. Als Maler studierte er für eine Zeit bei Eugène Delacroix, einem der bedeutendsten Franzosen des 19. Jahrhunderts an der Schwelle zwischen Spätromantik und Proto-Impressionismus, das Verhältnis soll jedoch nicht das beste gewesen sein. Den uns vorliegenden Arbeiten nach scheint ihm doch die Zeichnung mehr gelegen zu haben als die Malerei. Insbesondere einige Illustrationen zum „Loup-Garou“, dem Werwolf, können noch heute überzeugen.

 

1862 heiratete er Lina Calametta, die Tochter seines älteren Freundes Luigi Calametta, welcher selbst Schüler des neoklassischen Malers Jean-Auguste-Dominique Ingres gewesen war und ihn als Kind 1828 bereits porträtiert hatte. Aus der Ehe gingen zwei Töchter hervor, Aurore und Gabrielle, ein Sohn starb nach der Geburt. Maurice Sand selbst verschied 1889 im zentralfranzösischen Nohant-Vic.

 

Verweise:

https://www.bl.uk/collection-items/commedia-dell-arte-figures-by-maurice-sand-1860
https://books.google.fr/books?id=0hxzTjhpXosC&printsec=titlepage&hl=fr#v=onepage&q&f=false

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Maurice Sand „Der Werwolf“ (1857)
Maurice Sand „Der Werwolf“ (1857)

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