Der Utrechter Marinemaler Adam Willaerts

Frankfurt am Main - In Joachim Fernaus hervorragendem Standardwerk „Lexikon alter Malerei“ findet sich Adam Willaerts lediglich im Artikel zu Hendrik Vroom in einem Satz erwähnt, der deutschsprachigen Wikipedia ist er bislang keinen Artikel wert. Dabei war der Marinemaler Adam Willaerts ein sehr fähiger Vertreter des Goldenen Zeitalters der niederländischen Malerei – im Grunde ist dies wohl lediglich ein Beleg dafür, wie viele Künstler von Rang diese Epoche hervorgebracht hat.

Die Familie Willaerts stammte aus Antwerpen, floh jedoch vermutlich aufgrund der spanischen Einfälle in die Südniederlande im Rahmen des Achtzigjährigen Krieges nach London, wo Adam 1577 zur Welt gekommen sein soll. Einer anderen Version nach soll er selbst in Antwerpen geboren sein, und die protestantische Familie sei erst 1585 aufgrund religiöser Verfolgung nach London gegangen. Dem entgegen stehen wiederum Angaben, nach welchen die Familie zu jener Zeit in Leiden gelebt haben soll. Die frühen Jahre Willaerts’ sind also, etwas anachronistisch gesehen, durch einen Mangel an uns verfügbaren eindeutigen Informationen geprägt.

 

Von 1597 an lebte Willaerts in Utrecht, wo er den Rest seines für damalige Verhältnisse doch recht langen Lebens verbringen sollte. In Kooperation mit Salomon Vredeman de Vries dekorierte er 1602 eine der Orgeln der Utrechter Kathedrale. 1608 wurde ihm das Bürgerrecht verliehen und 1611 wurde er in die örtliche Lukasgilde aufgenommen. Im Folgejahr eröffnete er ein großes Atelier, in welchem er auch seine Söhne Cornelis, Isaack und Abraham in der Kunst der Malerei unterwies. Weiteren Schüler lehrte er hingegen ausschließlich das Zeichnen.

 

1619 malte er sieben der acht Fahnen der Utrechter Bürgerwehr, dem dänischen König soll er Gemälde für das Kronberg Palais beigesteuert haben. Von 1620 bis 1637 übernahm er dreizehnmal den Vorsitz der Lukasgilde. Er war in den maßgeblichen Kreisen Utrechts hoch angesehen und unter anderem auch recht gut mit Roelant Savery, diesem Maler eigenwilliger Paradieslandschaften, befreundet; er porträtierte diesen im Jahr 1662. Willaerts starb 1664.

 

Bedeutend ist vor allem sein Beitrag zur Marinemalerei, wobei er in der Nachfolge Hendrik Vrooms steht. Er malte neben Meeresszenen auch Flußlandschaften, Genreszenen, Fischmärkte, religiöse Szenen. Arnold Houbraken (1660-1719), der zwar als Maler nicht sehr erfolgreich war, dem wir jedoch mit seinen Biographien von Künstlern des Goldenen Zeitalters wertvolle Beiträge zur Kunstgeschichte verdanken, schrieb 1718 über Willaerts, dieser machte sich die „Darstellung von Uferlandschaften mit Barken, Schiffen [...] sowie auch Seehäfen, wimmelnd von kleinen Figuren, welche Frachten auf- und abladen, zur Aufgabe und hat dies Alles so ausführlich, natürlich und geschickt dargestellt, daß er dadurch berühmt geworden ist."

 

Verweise:

https://rkd.nl/nl/explore/artists/84577
http://www.khm.at/Archiv/Ausstellungen/landschaft2/data/kuenstler/willaerts.htm

Letzte Änderung am Montag, 24 Juli 2017 17:02
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Adam Willaerts „Schiffbrüchig auf stürmischer See“ (1636)
Adam Willaerts „Schiffbrüchig auf stürmischer See“ (1636)

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