Der tschechische Symbolist Franz Dvorak

Frankfurt am Main - Das späte 19. und frühe 20. Jahrhundert sah im böhmischen Raum eine Blüte mystisch geprägter Malerei. Symbolismus und Jugendstil waren die kaum zu trennenden Richtungen; bekannte Vertreter waren Viktor Oliva, Alfons Mucha, František Kobliha oder eben Franz Dvorak.

Geboren wurde dieser (in tschechischer Schreibweise František Dvořák) 1862 in Prelauc (Přelouč) als Sohn des Schneiders Václav Bruner, mit dessen Familiennamen. Es ist anzunehmen, daß er diesen deutschen Namen später aus patriotischen Gründen in das tschechische Dvorak abänderte.

 

In jungen Jahren schon wurden seine künstlerischen Neigungen offenbar, der Vater unterstützte dies und schickte ihn mit vierzehn Jahren an das pädagogische Institut in Kuttenberg (Kutná Hora). Im Alter von siebzehn ging er an die Akademie der Bildenden Künste in Prag, wo er von František Čermák unterrichtet wurde, welcher sich insbesondere mit heimatlichen und historischen Themen befaßte.

 

Unbefriedigt in seinem Vorankommen, wandte er sich zunächst weiter nach Wien; an der dortigen Akademie der Bildenden Künste studierte er bei dem Historienmaler Carl Wurzinger und dem insbesondere Porträts zugewandten Christian Griepenkerl, dessen Name freilich heute eher durch seine Ablehnung der Bewerbung Adolf Hitlers an der Akademie denn durch sein Werk ein Begriff ist.

 

Es schlossen sich ab 1883 weitere Studienjahre in München an, hier waren Otto Seitz sowie Wilhelm von Lindenschmit der Jüngere seine Lehrmeister. Er eröffnete schließlich ein eigenes Atelier, wo er Portaits und Genreszenen auf die Leinwand brachte; Ausstellungen in Berlin und Wien waren Wegmarken seines wachsenden Erfolges.

 

Doch sollte er nicht in München verweilen. Bereits 1888 begab er sich mit seinen Kollegen Alfons Mucha, dem wohl bekanntesten Vertreter des tschechischen Jugendstils, und dem geistesverwandten Karel Vítězslav Mašek nach Frankreich, zog aber bald darauf nach Italien weiter, wo er seinen Lebensunterhalt mit Porträts englischer und amerikanischer Besucher verdiente, und schließlich in die USA. Er ließ sich in Philadelphia nieder und hatte in den nächsten Jahren mehrere große Ausstellungen in Philadelphia, New York, Detroit und Chicago; von der Walker Art Gallery wurde er persönlich für eine Weltausstellung nach Liverpool eingeladen.

 

Erst 1905 ging er wieder nach Prag, wo er den Rest seines bis 1927 währenden Lebens verbringen sollte. Er eröffnete ein Atelier an der Moldau. Seine wesentlichen Erfolge hatte er dennoch im Ausland, und erst 1907 konnte er eine erste größere Ausstellung in Prag durchführen. Er hatte im Laufe seiner Tätigkeit eine eigene Malweise entwickelt, welche sich zwar näherungsweise dem Symbolismus zurechnen, jedoch in ihrer lebhaften Farbigkeit stark impressionistische Anleihen durchscheinen läßt.

 

Wie so mancher Künstler seiner Generation fühlte Dvorak sich zum Okkulten und spirituellen Bewegungen hingezogen, er verarbeitete in Inhalt und Malweise Einflüsse östlicher Religion und Kunst und porträtierte überdies den bengalischen Mystiker Ramakrishna und dessen Gattin Sarada Devi.

 

Verweise:

https://americangallery.wordpress.com/2010/12/03/franz-dvorak-1862-1927/
http://www.the-athenaeum.org/art/list.php?m=a&s=tu&aid=5418
https://www.pinterest.de/pseno/franz-dvorak-franti%C5%A1ek-dvo%C5%99%C3%A1k-1862-1927/?lp=true

Letzte Änderung am Donnerstag, 10 August 2017 13:30
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Franz Dvorak „Die Leserin“ (1906)
Franz Dvorak „Die Leserin“ (1906)

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