Der polnisch-russische - Impressionist Stanisław Żukowski

Frankfurt am Main - Er war polnischer Herkunft, entfaltete seine schöpferische Tätigkeit jedoch in Rußland, wo er in einem recht eigenen, lockeren und üppigen Stil, angeregt durch den russischen Realismus und westliche Impressionisten, die Landschaften Rußlands festhielt.

Stanisław Julianowitsch Żukowski wurde1873 (auch 1875 ist zu lesen) im heute zu Weißrußland gehörenden Jendrichowitschi (polnisch Jędrychowice) geboren. Beide Eltern waren adliger Abkunft; die Familie des Vaters hatte jedoch 1863 am nationalpolnischen Januaraufstand teilgenommen und war deshalb enteignet sowie ihres Standes enthoben worden. Die Mutter legte besonderen Wert auf Bildung und Kultur und lehrte die Kinder in Musik und Fremdsprachen, auch das Zeichnen fand ihre Unterstützung. Stanisław besuchte zunächst das Gymnasium in Warschau und später die Hochschule in Białystok, wo einer seiner Lehrer sein Talent entdeckte und förderte.

 

Die Mutter starb früh, und als der junge Mann sich 1892 zum Studium an der Moskauer Hochschule für Malerei, Bildhauerei und Architektur einschrieb, erfolgte dies zum Mißvergnügen des polnisch-nationalistisch eingestellten Vaters. Dort lernte er unter anderem bei Nikolai Alexejewitsch Kassatkin, Konstantin Apollonowitsch Sawizki, Abram Jefimowitsch Archipow und Leonid Ossipowitsch Pasternak; zudem nahm er privat Unterricht bei dem großen Landschafter Isaak Iljitsch Lewitan und besuchte regelmäßig das Atelier von Wassili Dmitrijewitsch Polenow, dessen Arbeit ihn in besonderem Maße beeinflußte.

 

In den Jahren von 1895 bis 1916 reiste er viel durch das russische Herrschaftsgebiet; er besuchte Zentralrußland, die Krim, die Ukraine und Polen. In den Jahren 1895/96 erhielt er ein spezielles Stipendium, welches ihm kostenlose Unterkunft in allen Städten im Bereich des Russischen Reiches zusicherte und ihm explizit das Skizzieren in freier Natur gestattete.

 

In jene Zeit fielen auch mehrereAusstellungen und Auszeichnungen (etwa eine große Silbermedaille seiner Schule für das Gemälde „Mondnacht“ im Jahr 1901), er beteiligte sich zudem an einigen Künstlergruppen, darunter der namhaften Mir Iskusstwa („Welt der Kunst“). Anfangs stand er noch recht stark unter dem Einfluß des russischen Realismus, mit der Zeit gewann jedoch die impressionistische Malweise die Oberhand. In diesem Stil errang er seine größten Erfolge, und 1907 wurde er in die Akademie aufgenommen und eröffnete sein eigenes Atelier in Moskau, in welchem er zehn Jahre lang selbst zahlreichen jungen KünstlernUnterricht gab, darunter Wladimir Majakowski.

 

Auch außerhalb Rußlands machte er sich nun einen Namen, 1909 errang sein Bild „Herbstabend“ bei der Internationalen Münchener Kunstausstellung den zweiten Platz und 1912 bereiste er Deutschland, die Schweiz, Frankreich und Italien.

 

Neben Landschaften entdeckte er auch Architektur und Intérieurs vornehmer Häuser für sich, was ihn den Bolschewisten nach der Oktoberrevolution 1917 als Reaktionär verdächtig machen sollte. Dennoch versuchte er zunächst, sich mit den neuen Verhältnissen zu arrangieren, arbeitete in der Moskauer Kommission zum Schutz von Kunstwerken und Antiquitäten sowie am Theater von Kirow als Kunstdesigner und Regisseur. 1923 kehrte er allerdings Rußland den Rücken, da seine unproletarische Thematik und Malweise nicht den Gefallen der Machthaber fand und ließ sich im seit 1917/18 unabhängigen Polen nieder.

 

Auch in diesen Jahren in Polen war er als Künstler wieder überaus schöpferisch und erfolgreich. Er hatte mit seinen prachtvollen Landschaftsbildern und Intérieurs zahlreiche Ausstellungen im Inland, doch auch in Frankreich, Dänemark, den USA und Kanada wurden seine Bilder gezeigt; zudem gab er weiterhin mehreren Nachwuchskünstlern Unterricht.

 

Nach der deutschen Besetzung 1939 blieb Żukowski in Warschau, wo er zunächst weiter arbeitete. Allerdings wurde er 1944 im Zusammenhang mit der Niederschlagung des Warschauer Aufstands in einem Lager bei Prusków interniert, wo er bald darauf verstarb und in einem Massengrab beerdigt wurde. Seine Gemälde sind bis heute für die russische und polnische Kunstgeschichte von hohem Rang und in mehreren Museen in Polen, Rußland und Belarus zu besichtigen.

 

Verweise: 
http://aarticles.net/biographies/1258-stanislav-zhukovskij-kak-syn-polskogo-revolyucionera-stal-russkim-xudozhnikom.html

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