Der niederländische Landschaftsmaler Jacob Maris

Den Haag - Ein recht gediegener Landschafter war der aus Den Haag stammende Jacob Maris. Er gilt als einer der wichtigsten Vertreter der „Haager Schule“, jener bei aller Eigenständigkeit dem Impressionismus zugeschlagenen Strömung der Malerei, und verband in seinen Werken die Tradition der alten Meister des Goldenen Zeitalters der niederländischen Malerei mit dem eher rauhen Stil der Freilichtmaler von Barbizon.

In das Leben trat er 1837. Ihm folgten zwei Brüder, Willem und Matthijs, die gleichfalls Maler werden sollten. Der Vater war Druckermeister, weshalb die drei Söhne früh bereits Kunstdrucke alter Meister zu sehen bekamen, die sie nachzumachen versuchten.

 

Die Informationen über Maris’ Ausbildung variieren etwas und sind hier deshalb nur unter Vorbehalt wiedergegeben, doch lernte er sicher zunächst an der Königlichen Akademie der Bildenden Künste in Den Haag bei J.A.B. Stroebel. Ein Kunsthändler entdeckte sein Talent und vermittelte ihn an Hubertus van Hove, dem er in seinem Atelier assisitierte. 1855 ging er mit diesem nach Antwerpen, wo sich später sein Bruder Matthijs anschloß.

 

Später ging er wieder nach Den Haag und nahm weitere Kurse an der dortigen Akademie, es folgten Studienreisen in die Schweiz, nach Deutschland und Frankreich; ob er selbst Barbizon besucht hat, scheint nicht ganz sicher zu sein. Der Einfluß der dortigen Schule auf sein Werk ist jedenfalls unbestritten. Zunächst war jedoch das Vorbild der alten Meister prägend.

 

Von 1865 bis 1871 lebte er in Paris, dann ging er aufgrund des Ausbruchs des Deutsch-Französischen Krieges wieder nach Den Haag. Hier tat er sich als ausgereifter Landschaftsmaler hervor, der typische Gegenden seiner Heimat, wie Windmühlen vor wolkenverhangenem Himmel, meisterlich und atmosphärisch dicht festzuhalten verstand, wobei er vorwiegend erdige und düstere Farben benutzte. Mit seinen beiden Brüdern wurde er zu einem frühen Parteigänger der Haager Schule im Umfeld Jozef Israëls.

 

Obgleich er vorher bereits nicht wenige Werke ins Ausland verkauft hatte, kam der Erfolg in den Niederlanden erst ab Mitte der 1870er Jahre, ab ca. 1885 war er als Maler allgemein anerkannt. Er schloß sich der Haager Freilichtmalerkolonie des Landgutes Oosterbeek an und beeinflußte zahlreiche jüngere Maler, wobei er formal wohl nur zwei Schüler hatte. Seine Gesundheit verfiel jedoch zusehends, er litt an Asthma und Fettleibigkeit und starb 1899 bei einem Kuraufenthalt in Karlsbad. Bestattet wurde er in Den Haag.

 

Verweise:

http://www.artcyclopedia.com/artists/maris_jacob_henricus.html
https://www.britannica.com/biography/Jacob-Maris
https://www.the-athenaeum.org/art/list.php?m=a&s=tu&aid=2336
https://www.nationalgallery.org.uk/artists/jacob-maris

Letzte Änderung am Donnerstag, 12 Oktober 2017 15:48
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Jacob Maris „Dorf bei Schiedam“ (Öl auf Leinwand)
Jacob Maris „Dorf bei Schiedam“ (Öl auf Leinwand)

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