Der deutsch-ungarische Historienmaler und Porträtist Károly Lotz

Budapest - Wenn auch deutscher Herkunft, so wurde Károly Lotz doch als akademischer Maler Ungarns zu einer Größe. Zwischen Barock, Romantik und Realismus bewegen sich seine Landschaften, historischen und mythologischen Szenen; zudem war er ein ganz außergewöhnlich begabter Porträtist.

Geboren wurde er 1833 (auch 1834 ist zu lesen) als Karl Anton Paul Lotz in Bad Homburg am Rande des Taunus. Der Vater war unter anderem Kammerdiener des hessisch-homburgischen Prinzen Gustav, hatte 1815 in Ungarn seine zukünftige Frau kennengelernt und starb 1837, worauf die Frau, nunmehr Mutter einer ganzen Reihe von Kindern, mit diesen ins (erst seit 1873 mit Buda zu Budapest verschmolzene) Pest zog.

Lotz war ein außergewöhnlich guter Schüler und erhielt, obgleich Calvinist, im katholischen Ungarn ein Stipendium. Nachdem er sich zunächst bei Hofkapellmeister Destouches an der Musik versucht hatte, konnte er bald an der Malerakademie des aus Venedig stammenden Porträtisten Marastoni in Pest lernen. Sein nächster Lehrer war der Historienmaler Henrik Weber, ebenfalls in Pest.

1852 ging er nach Wien, wo er bei Carl Rahl, der sich vorwiegend mit Porträts und Historiengemälden befaßte, eine weitere Ausbildung erhielt und diesem auch bereits bei zahlreichen Aufträgen, etwa Kirchenwandmalereien, zur Hand ging. Die Zusammenarbeit sollte auch nach dem Ende seiner Ausbildung fortgesetzt werden.

Darüber hinaus begann Lotz, der in sowohl in Wien als auch Pest tätig war, eigene Gemälde zu schaffen; Schwerpunkt waren von etwa 1855-70 (national)romantische Darstellungen der ungarischen Steppenlandschaft, später kamen monumentale Gemälde an den Wänden religiöser und repräsentativer Bauten hinzu; bei diesen orientierte er sich an Giovanni Battista Tiepolo, einem Meister des venezianischen Spätbarock. Seine äußerst feinsinnigen Porträts und Aktbilder hingegen waren von hohem Realismus, wagten sich gar in den naturalistischen Bereich.

1882 wurde er zum Professor an der Budapester Kunstgewerbeschule ernannt, und 1885 wurde er zum Dekan der gerade erst begründeten Abteilung für weibliche Kunstmaler (zu seiner akademischen Karriere gibt es verschiedene Angaben, deshalb unter Vorbehalt); die Wiener Akademie der Bildenden Künste machte ihn zum Ehrenmitglied.

In den Stand der Ehe trat er erst nach 1890, als er die Witwe seines 1882 verstorbenen Bruders heiratete, seither unterzeichnete er seine Werke als Károly Jacoboy-Lotz. Als er 1904 in Budapest starb, galt er als „Prinz der ungarischen Künstler“, einer der größten, welche das Land je hatte, und erhielt ein Staatsbegräbnis nebst Ehrenmal. Ein Großteil seines Werkes erwarb oder erhielt der ungarische Staat, diese Arbeiten sind jetzt Szépművészeti Múzeum in Budapest zu besichtigen.

 

Verweise:

https://www.hung-art.hu/frames-e.html?/english/l/lotz/index.html
https://www.hung-art.hu/frames-e.html?/english/l/lotz/muvek/index.html
http://www.biographien.ac.at/oebl_5/332.pdf

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Károly Lotz „Frühling: Porträt von Ilona Lippich“ (1894)
Károly Lotz „Frühling: Porträt von Ilona Lippich“ (1894)

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