Der bayerische Landschafts- und Architekturmaler Ferdinand Knab

Frankfurt am Main - Das Deutschland des 19. Jahrhunderts hat eine ganz gewaltige Zahl begabter Maler hervorgebracht. Viele von ihnen sind heute weitgehend der Vergessenheit anheimgefallen und Informationen sind allenfalls spärlich verfügbar. Wir werden hier immer mal wieder den einen oder anderen dieser Künstler vorstellen; heute soll es um den bayerischen Landschafts- und Architekturmaler Ferdinand Knab gehen.

Würzburg war die Stadt, wo er 1834 geboren wurde und die ersten 25 Jahre seines Lebens verbringen sollte. Dort wurde er zunächst bei Carl Alexander Heideloff als Architekt ausgebildet und war entsprechend im Bauwesen tätig. 1859 ging er jedoch nach München, um sich mit der Architekturmalerei zu beschäftigen. An der Münchner Akademie lernte er bei Carl Theodor von Piloty, einem der wichtigsten akademischen Historienmaler, und Arthur von Ramberg, der im Bereich der Historien- und Genremalerei Anerkennung gefunden hatte.

 

1868 besuchte er Italien und widmete sich in Folge mit Vorliebe romantisch geprägten, italienischen Kulturlandschaften und Architekturgemälden, wobei er sich mehr der lyrischen Stimmung des Bildes als einer realitätsnahen Wiedergabe verpflichtet sah. Besonders angetan hatten es ihm von der Abendsonne beschienene antike Hinterlassenschaften, welche er in prächtigen Farben zur Geltung brachte; neben Ölgemälden fertigte er auch hochwertige Aquarelle.

 

Der romantische Bayernkönig Ludwig II. machte Knab zu seinem Hofmaler, dieser arbeitete für den Regenten an der Gestaltung des Wintergartens von dessen Münchener Residenz sowie des Schlosses Linderhof im südbayerischen Ettal. Die bekannte Druckserie der Münchener Bilderbogen enthält eine Reihe von Schnitten nach Zeichnungen Knabs.

 

Festgehalten werden kann überdies, daß Knab Mitglied des 1881 von dem mainfränkischen Landschaftsmaler mitinitiierten Würzburger Künstlervereins war; weitere Mitglieder dieses Vereins waren der Bildhauer und Grafiker Heinz Schiestl sowie Carl Diem, der heute noch vorrangig als bedeutender Sportwissenschaftler sowie Urheber des erstmals bei den Olympischen Spielen 1936 durchgeführten Fackellaufs bekannt ist. Letzteres fand jedoch weit nach Knabs Zeit statt, denn dieser war bereits 1902 in München gestorben.

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Ferdinand Knab „Palast an einem Gebirgssee“ (Öl auf Leinwand, 1876)
Ferdinand Knab „Palast an einem Gebirgssee“ (Öl auf Leinwand, 1876)

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