Clarence Gagnon – ein kanadischer Landschaftsmaler der frühen Moderne

Frankfurt am Main - Einer der bedeutendsten und interessantesten kanadischen Maler des frühen 20. Jahrhunderts war mit Sicherheit Clarence Gagnon. Irgendwo zwischen (Post-)Impressionismus und anbrechender Moderne fand er einen ganz eigenen, zurückhaltenden, doch ungemein dekorativen Stil, in welchem er mit Vorliebe kleinere Landschaftsausschnitte auf die Leinwand brachte.

Geboren wurde er 1881 in oder bei Montréal, der größten Stadt der frankokanadischen Provinz Québec. Der Vater war Unternehmer und wünschte sich für den Sohn eine Karriere als Geschäftsmann, wohingegen die gebildete Mutter die künstlerischen Neigungen des Sohnes unterstützte und sich, wie dem Ergebnis zu entnehmen, glücklicherweise durchsetzte.

 

Seine Ausbildung begann er 1897 bei der Art Association of Montreal unter dem Personen- und Landschaftsmaler William Brymner. Seine Kommilitonen dort waren Edward Finlay Boyd und Alexander Young Jackson. 1900 freundete er sich mit Horatio Walker an und besuchte diesen auf der Insel von Orléans. Er verbrachte einen ersten Sommer in der Stadt Beaupré, wo sein Interesse an der Landschaftsmalerei erwachte.

 

Der Verkauf einer größeren Menge von Gemälden an den Kunsthändler James Morgan im Dezember 1903 erlaubte ihm einen Aufenthalt in Europa, welcher von 1904-1909 währen sollte. Er studierte zunächst von 1904-1905 an der legendären Pariser Académie Julian unter dem Historienmaler Jean-Paul Laurens und verbrachte anschließend noch einige Jahre als Maler in Frankreich und Italien, bis er sich zurück nach Kanada begab.

 

Sein Hauptwohnsitz wurde nun die Stadt Baie-Saint-Paul im Süden Québecs. Er entwickelte einen persönlichen Stil, in dem er Landschaft und Leute Kanadas abbildete. Dabei bevorzugte er die verschneite Winterlandschaft; bewaldete Berge und Täler in leuchtenden Farben und starken Kontrasten, doch malte er auch Strandszenen, Dörfer, Szenen aus dem Landleben.

 

1922 wurde er zum Mitglied der Royal Canadian Academy of Arts. Er unterrichtete selbst; zu seinen Schülern gehörte unter anderem René Richard, später ein interessanter Vertreter einer in die Abstraktion gehenden Landschaftsmalerei. Gagnon beeinflußte die anbrechende kanadische Moderne, ohne sich selbst je der avantgardistischen und abstrakten Malerei anzuschließen; er blieb zeitlebens bei seinem einmal gefundenen Stil. Neben der Malerei befaßte er sich auch ausführlich mit Radierung und Zeichnung; Buchillustrationen sind gleichsam zu erwähnen.

 

Auch in späteren Jahren bildeten Inlandsreisen und Auslandsaufenthalte einen Schwerpunkt seines Lebens; die Jahre 1924 bis 1936 verbrachte er noch einmal in Frankreich. Er starb schließlich 1942 in Montréal. Seine Arbeiten sind in zahlreichen Museen und Sammlungen in Kanada vertreten.

 

Verweise:

http://www.the-athenaeum.org/art/list.php?m=a&s=tu&aid=3662

Click me
Clarence Gagnon „Baie-Saint-Paul“ (Öl auf Leinwand, 1914-1917)
Clarence Gagnon „Baie-Saint-Paul“ (Öl auf Leinwand, 1914-1917)

Kontakt

ARTemis Invest GmbH

Hollerallee 8

D-28209 Bremen

 

Email:

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!