Anthonore Christensen – Blumenstilleben aus Meisterhand

Frankfurt am Main - Geboren wurde sie 1849 als Anthonie Tscherning in Kopenhagen; Anthonore war ein Rufname. Der Vater, Anton Fredrik Tscherning (1795–1874), war als Politiker und Offizier eine bekannte Persönlichkeit, 1848 sogar dänischer Kriegsminister geworden. Ihre Mutter Eleonore Christine (1817–1890) stammte aus der ebenfalls im militärischen Bereich hervorgetretenen Familie von Lützow und hatte sich zunächst als Blumenmalerin versucht, war später jedoch zur Landschaftsmalerei gewechselt. Blumenmalerin werden sollte auch ihre Schwester Sara Brigitte Ulrik (1855–1916).

Die Mutter wurde auch ihre erste Lehrerin, des Weiteren erhielt sie Unterricht von Emma Thomsen (1820–1897), ebenfalls eine Blumenmalerin. Auch Otto Diderich Ottesen (1816–1892), ein Vertreter des gleichen Metiers, war mit seinen gediegenen Arbeiten ein wesentlicher Einfluß. 1867 hatte sie ihre erste Ausstellung, noch unter dem Mädchennamen, im Folgejahr wurde bereits eines ihrer Werke für die königliche Sammlung gekauft. 1869 ging sie mit ihrer Mutter auf Reisen, sie besuchte Dresden, die Schweiz, Norditalien und schließlich Paris.

Sie heiratete 1871 den Altphilologen Richard Christensen (1843–1876), dessen Bruder Godfred (1845–1928) wiederum Landschaftsmaler war. Durch ein Stipendium der Hielmstierne-Rosencrone-Stiftung konnten sie und ihr Mann 1872/73 Italien und Griechenland bereisen, wobei es vor allem auf Sizilien, in Rom und Athen längere Aufenthalte gab.

Nach der Rückkehr nach Dänemark hielt ihr Mann als Privatgelehrter Vorlesungen in Kopenhagen. Der gemeinsame Sohn Axel Anthon Christensen (1874-1911) sollte später Mathematikhistoriker und Bibliothekar werden. Während ihrer Reisezeit mit ihrem Mann hatte Anthonore nicht ausgestellt, ab 1874 tat sie es jedoch, nun unter ihrem Ehenamen. Ihr Werk wurde nun als deutlich ausgereifter betrachtet.

Leider starb Richard Christensen bereits 1876, Anthonore setzte ihr Schaffen jedoch fort. 1887 wurde sie von der Kopenhagener Akademie für ihr Gemälde „Kurv med afakaarne Blomster“ („Blumenkorb“) mit dem Neuhausen-Preis bedacht. Reisen an die schwedische Westküste, nach München und Rom sind belegt. Sie unterrichtete selbst privat, unter anderem Königin Olga von Griechenland und die dänische Kronprinzessin Louise. 1892 erstand das staatliche Kunstmuseum in Kopenhagen eines ihrer Werke. Sie starb 1926 im Kopenhagener Stadtteil Usserød und wurde auf dem Holmens Kirkegård in Kopenhagen bestattet.

Anthonore Christensen hinterließ ein recht umfangreiches Oeuvre. Der Schwerpunkt ihres Werkes waren elegante, von hellen Farben bestimmte Stilleben mit Blumen, blühenden Obstzweigen und Blattpflanzen, welche sie mal in Innenräumen und mal im Freien arrangierte, sowie liebevoll ausgeführte kleine Ausschnitte der Natur. Das Schaffen dieser hervorragenden Blumenmalerin strahlt Zartheit, Beschaulichkeit und innere Ruhe aus.

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Anthonore Christensen „Malven“ (1894)
Anthonore Christensen „Malven“ (1894)

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